BZ-Aktion Weihnachtswunsch fördert mit mehr als 43000 Euro 19 soziale Projekte

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Fr, 08. Dezember 2017

Freiburg

Egal, ob es um Deutschbücher für geflüchtete Menschen oder Schlafsäcke für Wohnungslose geht: Für viele notwendige Dinge gibt’s zu wenig Geld.

Darum unterstützt die BZ-Aktion Weihnachtswunsch nicht nur möglichst viele Menschen in Not mit kleinen Zuschüssen, sondern fördert auch Aktionen und Anschaffungen in der Sozialarbeit. Diesmal werden 43 449 Euro an 19 soziale Projekte verteilt – drei werden hier als Beispiele für alle vorgestellt.

Raum für Kinder und Jugendliche
Jeden Nachmittag kommen sie zum Verein "Südwind" in die Faulerstraße 8: 20 Kinder und 20 Jugendliche von Grundschülern bis hin zu 19-Jährigen aus Berufsfachschulen, die und sich auf eine Ausbildung vorbereiten. Zwei Drittel von ihnen haben eine Flucht hinter sich. Alle bekommen Unterstützung – bei Hausaufgaben, beim Vorbereiten des Lebenslaufs, in ihrer Freizeit. Das ist bei der flexiblen Nachmittagsbetreuung, welche die "Südwind"-Mitarbeiter in der früheren "Ausländerinitiative" schon vor Jahrzehnten entwickelten, umso wichtiger, da es derzeit auch etliche Jugendliche gibt, die ohne ihre Eltern geflüchtet sind, erzählt der Sozialarbeiter Michael Maier. Für sie biete "Südwind" ein Stück Familienersatz. Bisher ist ihr Freizeitraum im Keller kahl und trist. Das soll sich ändern: Geplant sind eine bessere Beleuchtung und die Anschaffung von Werkzeug für Holzworkshops, von Stoffen zum Vorhängenähen und eine Musikanlage. Viele Jugendliche seien handwerklich sehr begabt, sagt Maier – das soll gefördert werden.


Gegen Armut im Alter
Vom Wirtschaftswachstum profitieren nur manche – alte Menschen mit Minirente oder Grundsicherung gehören nicht dazu. Immer mehr von ihnen suchen Unterstützung bei der "Freiburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit" (Friga). Dem will die "Friga" etwas entgegensetzen: Die Betriebswirtin Inge Zeller und die Amerikanistin Gabriele Wülfers, die erwerbslose Menschen bei der Initiative beraten, organisieren Vorträge mit Experten, die grundlegende Fragen aufgreifen, politische Entwicklungen kritisch betrachten und Alternativen mit dem Ziel größerer sozialer Gerechtigkeit aufzeigen sollen. Dabei wollen sie an die einstigen "Fabrikgespräche" in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften anknüpfen, die früher im Vorderhaus stattfanden. Denn von einem sind sie überzeugt: Durch viele schlecht bezahlte, befristete und Teilzeitjobs, die sich seit "Hartz IV" stark ausgeweitet hätten, drohe immer größeren Kreisen der Bevölkerung Armut im Alter.

Langzeiterwerbslose
Wie geht’s denen, die seit Jahren oder Jahrzehnten keine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt finden? Die Anlaufstelle "Goethe 2" des Diakonischen Werks in Weingarten versucht, sie aufzufangen. Denn Langzeitarbeitslosigkeit bringt ein ganzes Paket an Problemen mit sich, sagt der Sozialarbeiter Norman Körber: Viele sind nicht "nur" durch ihre Armut mit dem Arbeitslosengeld II ausgegrenzt, sondern haben oder entwickeln gesundheitliche und psychische Probleme. Im Extremfall führe die Isolation dazu, dass sie kaum mehr unter Menschen kommen. Der "Goethetreff" lädt zum Kochen oder Frühstücken, ins Museum und zu Stadtführungen ein.

Jetzt ist etwas Besonderes geplant, für das ohne die Aktion Weihnachtswunsch kein Geld da wäre: ein Hüttenwochenende für zehn Menschen in der Region, mit gemeinsamem Kochen, Wandern und Feuermachen, zum Stärken der Gemeinschaft und des Selbstbewusstseins.