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22. Februar 2012
Bugginger Straße
Blockheizkraftwerk wird für 7 Millionen Euro modernisiert
Voraussichtlich von Mai an wird das Blockheizkraftwerk Weingarten in der Bugginger Straße 85, nach dem Uniklinik- und dem Rhodia-Heizkraftwerk, Freiburgs drittgrößte derartige Anlage, für sieben Millionen Euro umgebaut und modernisiert. Sie versorgt rund 20000 Menschen in den Stadtteilen Weingarten und Rieselfeld mit Fernwärme. In Weingarten hängen 234 Hausanschlüsse an dem Blockheizkraftwerk, im Rieselfeld sind es 399.
Statt wie bisher zwei Erdgasmotoren sollen dort künftig sechs solche Geräte, Zwölf-Zylinder-Aggregate, Strom und 90 Grad heißes Wasser für die Fernwärme produzieren. Die Freiburger Wärmeversorgungs GmbH (FWV) betreibt die ursprünglich in den 60er Jahren als Kohleheizwerk konzipierte und zwischenzeitlich mehrfach umgebaute Anlage seit Anfang der 90er Jahre, seit 1998 in der gegenwärtigen technischen Ausstattung. Die Betreibergesellschaft FWV gehört zu 51 Prozent dem Freiburger Energieversorger Badenova und zu 49 Prozent der Steag New Energies GmbH in Saarbrücken, welche selbst wiederum eine Tochtergesellschaft von Deutschlands fünftgrößtem Stromerzeuger Steag mit Sitz in Essen ist.
"Nach etwa 15 Jahren Betriebszeit kommt das Blockheizkraftwerk Weingarten nun ans Ende seiner voraussichtlichen technischen Lebensdauer", begründet Klaus Preiser, Geschäftsführer der FWV und zugleich auch der Badenova-Wärmeplus GmbH, den geplanten Umbau. Man nutze diesen Anlass, um die Anlage wirtschaftlicher und auch ökologisch effizienter zu machen. Während die beiden bestehenden Gasmotoren bezogen auf die Stromerzeugung jeweils 2,9 Megawatt leisten, zusammen also 5,8 Megawatt, werden die vorgesehenen sechs neuen jeweils 1,2 Megawatt leisten, zusammen also 7,2 Megawatt. Die Aufteilung in kleinere Blöcke erlaube einen flexibleren, dem schwankenden Wärmeverbrauch besser angepassten Betrieb, erläutert Preiser. Denn der bestimmende Faktor beim Blockheizkraftwerk ist überwiegend die Wärmeerzeugung. Man spricht von einem wärmegeführten Betrieb. Der Strom ist gewissermaßen ein Nebenprodukt – er wird ins Stromnetz eingespeist, was gut für die Klimabilanz ist und gut für die Wirtschaftlichkeit. "Die sieben Millionen Euro, die wir jetzt investieren, rechnen sich auf jeden Fall, wenn alles läuft wie geplant", so Klaus Preiser. Durch die gekoppelte Erzeugung von Wärme und Strom werde die im Erdgas enthaltene Energie zu mehr als 93 Prozent genutzt.
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Wenn im Mai die Bauarbeiten an der Anlage beginnen, soll das für die daran angeschlossenen Fernwärmekunden im Wesentlichen unmerklich vonstatten gehen. Ermöglicht wird dies durch die drei ebenfalls zur Anlage gehörenden Heißwasserkessel, welche sowohl mit Öl als auch mit Erdgas befeuert werden können. Sie sind so dimensioniert, dass sie die Fernwärmeversorgung auch allein bewältigen können. "Vielleicht kommt es einmal einen halben Tag lang zu einer Abschaltung der Fernwärme, wenn wir die neuen Geräte anschließen", sagt Klaus Preiser. Das sei aber auch schon alles, was aus Sicht der Abnehmer in Weingarten und im Rieselfeld an Beeinträchtigungen zu erwarten sei. Spätestens im Oktober, noch vor dem Winter, soll der Umbau abgeschlossen sein.
Autor: Holger Schindler
