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20. Januar 2009 18:30 Uhr

Von den Grünen zu den Freien Wählern?

Braune vor dem Wechsel

Die grünen Parteimitglieder haben Stadtrat Florian Braune bei der Kommunalwahl-Nominierung verschmäht. Nun sieht es so aus, als ob der 31-Jährige bei den Freien Wählern politisches Asyl finden könnte.

  1. Wird möglicherweise bald ein Freier Wähler: Florian Braune bekommt vielleicht doch noch eine Chance, sein Ratsmandat zu verteidigen. Foto: Ingo Schneider

Braune wird dort als möglicher Kandidat auf dem sehr prominenten Listenplatz vier gehandelt. Braune zeigt sich einem Listenwechsel nicht abgeneigt: "Aber noch ist nichts spruchreif", meinte er gestern. Für Braune wäre es binnen eines Jahres die dritte Gruppierung, der er sich anschließt, Denn erst im Februar 2008 ist er von Junges Freiburg zu den Grünen gewechselt.

Bei den Freien Wählern ist indes noch keine Entscheidung gefallen: Erst Ende Januar tagt die Listenkommission des Kreisverbandes, im Februar nominieren dann die Mitglieder der Gruppierung die 48 Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat. Kreisvorsitzender Johannes Gröger macht keinen Hehl daraus, dass er und der FW-Vorstand den Noch-Grünen gerne auf einem vorderen Platz auf der Liste der Freien Wähler hätten: "Er ist 31 Jahre jung, hat schon sieben Jahre Erfahrung als Gemein derat – das passt zu unserem Konzept, auf junge Leute zu setzen". Entscheiden müssten jedoch letztlich die Mitglieder, so Gröger: "Ich habe auch nur eine Stimme". Florian Braune arbeitet als Rechtsanwalt in der Kanzlei von Gröger und Kollegen mit. Diese berufliche Verbindung habe aber für die sich jetzt abzeichnende politische Annäherung keine Rolle gespielt.

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Derzeit verfügen die Freien Wähler im Freiburger Gemeinderat über vier Sitze. Der amtierende Fraktionschef Gerolf Staschull und der altgediente Stadtrat Alfred Kalchthaler treten nicht mehr an. Manfred Stather dagegen schon – er ist offensichtlich für Platz drei der Liste vorgesehen, hinter dem Kreisvorsitzenden Gröger und Martina Hennemann. Entgegen zunächst anderslautender Nachrichten hat sich nun auch Stadtrat Hans Lienhart zur Wiederkandidatur entschieden, was der Kreisvorsitzende aufflallend zurückhaltend kommentiert: "Da werden wir mal schauen, das ist noch keine Entscheidung gefallen".

Flortian Braun wiederum berichtet von vielen aufmunternden Gesprächen mit Freie-Wähler-Kollegen und Mitgliedern. Er könne sich eine Zusammenarbeit vorstellen. Dennoch wolle er bis Ende der Ratslegislaturperiode bei der grünen Fraktion bleiben. "Wir verstehen uns gut, es gab ja kein böses Blut", berichtet er. Allerdings eine herbe Enttäuschung bei der Nominierung durch die Parteimitglieder: Damals hatte Braun mit 31 zu 35 Stimmen das Rennen um den ohnehin nicht so ganz tollen Listenplatz 16 verloren.

Autor: Joachim Röderer