BZ-Ferienaktion

BZ-Leser radeln zur Burg Landeck

Daniela Frahm

Von Daniela Frahm

Mi, 24. August 2016 um 22:00 Uhr

Freiburg

Bein der diesjährigen BZ-Ferienaktion machen wir blau – und stiegen aufs Rad. Mit 50 Leserinnen und Leser ging’s mvon Freiburg zur Burg Landeck. Dort wartete das Burgfräulein.

Etwas überrascht sind Björn Haake und Hans Güllich vom ADFC schon, wie viele BZ-Leserinnen und Leser gemeinsam mit ihnen zur Burg Landeck oberhalb von Teningen radeln wollen. Um die rund 50-köpfige Gruppe vom Mooswald aus sicher dort hin zu bringen, gibt Haake die Handzeichen vor, die für Gefahren am Straßenrand und Gegenverkehr gegeben werden sollen. Er selbst bildet die Spitze, Güllich sichert in Warnweste das Ende der Gruppe, die vor allem auf ihrem Weg durch Wohngebiete viel Aufmerksamkeit und erregt. Zunächst aber geht es über Wirtschaftswege entlang der B3 Richtung Emmendingen.

40 Kilometer und einige Höhenmeter

Dank der immer weiter verbreiteten Elektrofahrräder sind auch einige ältere Semester dabei, die sich die insgesamt rund 40 Kilometer lange Tour sonst nicht zutrauen würden. Dazu gehört Gisela Schneider, die kürzlich ihren 80. Geburtstag gefeiert hat, aber erst vor gut einem Jahr aufs E-Bike umgestiegen ist. Da sie regelmäßig Fahrrad fährt, walken geht und Gymnastik macht, ist sie aber so fit, dass sie die elektrische Unterstützung nur zuschaltet, wenn es bergauf geht. "Ich muss ja Strom sparen", sagt sie lachend. Auch der 85-jährige Karl Kowatschewitsch ist mit dem E-Bike unterwegs, das er seit etwa fünf Jahren nutzt. Er macht regelmäßig Touren durch den Schwarzwald und empfindet den Ausflug nach Landeck bei bestem Radfahrwetter als "wunderbar und entspannt". Für alle konventionellen Radler gilt das allerdings nicht für den Schlussabschnitt hinauf zur Burg. In Anlehnung an die Tour de France ist der Begriff "Bergwertung" mehrfach im Peloton zu hören. Oben angekommen werden die Radler allerdings für ihre Mühen entschädigt, durch einen Blick, der bis nach Freiburg und in die Vogesen reicht, einer Vesperpause im Burg-Café und einem geführten Rundgang durch eine der schönsten Burgruinen im Breisgau.

Mittelalterliches Kleinod mit Aussicht

"Das ist ein Kleinod, dass ich erst kürzlich zum ersten Mal entdeckt habe", erzählt Stefan Kamm, "wegen der Führung bin ich mitgekommen." Zwischen Ober- und Unterburg empfängt Monika Reinbold alias Brigitte von Landeck die Gruppe im historischen Gewand. Da sie ihrem Personal frei gegeben hat, sucht sie sich im "lummeligen Volk" einen Knappen aus, der sich spontan Kunibert nennt, und eine Magd namens Erika. Beide bekommen entsprechende Kopfbedeckungen verpasst und sind während des Rundgangs "mit dem imaginären Schwert" für die Sicherheit und für das Gewand zuständig. Brigitte von Landeck schmeißt nicht mit vielen Zahlen um sich, sie vermittelt die mittelalterliche Geschichte der Burg und die Sage um ihre eigene Person auf unterhaltsame Weise und mit Schauspieltalent. "Ich bin 700 Jahre alt, reich, hübsch, aber auch mürrisch", sagt sie. Letzteres kann hinterher keiner bestätigen. Als "beglückend und zauberhaft" hat Hildegard Deckers den einstündigen Vortrag empfunden.

Ausgestattet mit Wissen über die Geschichte und die verschiedenen Besitzer der Burg, die Bauweise, die umliegenden Dörfer und Wälder, die Arbeit des Fördervereins und die der Ziegen als "tierische Rasenmäher" geht es auf einem etwas anderen Weg zurück nach Freiburg. Hinter Teningen geht es durch Felder und über eine Schotterpiste durch den Wald nach Vörstetten und von dort zurück zum Startpunkt.

Die Stimmung in der Gruppe ist gut, trotzdem setzen sich zwischendurch schon einige ab, um die Tour bei dem schönen Wetter noch auszuweiten oder den Heimweg abzukürzen. Für Hildegard Deckers endet auf dem Parkplatz im Mooswald "ein wunderschöner Tag" und Hans Güllich vom ADFC freut sich über "die disziplinierte Gruppe", und dass nicht passiert ist, die Leserinnen und Leser von platten Reifen und Stürzen verschont geblieben sind.

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