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08. August 2012 08:57 Uhr

Mage-Solar-Stadion

BZ-Ferienaktion im Stadion des SC Freiburg

Dauerkarteninhaber, Laien und ganz viele Kinder: Zur BZ-Ferienaktion ins Mage-Solar-Stadion sind fast 400 Menschen gekommen. Den Rasen betreten durfte aber niemand.

  1. Wo der SC Freiburg daheim ist – BZ-Ferienaktion 2012 Foto: Ingo Schneider

Soeben haben sie durch den Gang, durch den sonst Julian Schuster, Olli Baumann und Co. aufs Spielfeld kommen, das Innere des Mage-Solar-Stadions betreten, nun streicheln einige Kinder ehrfürchtig mit der flachen Hand über das neue Grün. Es zu betreten ist nicht erlaubt. "Da kriegen wir Ärger", erklärt SC-Pressesprecher Rudi Raschke den Teilnehmern der BZ-Ferienaktion, die sich brav daran halten. "Der Rasen ist noch nicht ganz so weit", führt Raschke aus und verweist auf die Saisoneröffnung des Sportclub am kommenden Samstag gegen den spanischen Erstligisten Betis Sevilla; dann hat der vor drei Monaten gesäte Rasen seine erste Bewährungsprobe. Im Hintergrund tuckert Greenkeeper Alfred Melcher auf seinem Aufsitzmäher übers Spielfeld, das fast täglich gemäht wird. 2,5 Zentimeter – höher sollte der Rasen nicht sein. Ein Problem: Derzeit gibt es noch ein paar unschöne braune Stellen im schönen, dichten Grün, wie eine Besucherin bemerkt.

Zur BZ-Ferienaktion ins Mage-Solar-Stadion sind fast 400 Menschen gekommen – so viele, dass zu Beginn zwei Gruppen gebildet werden müssen: Eine wird von Raschke, die andere von Andrew Kraft, seinem Kollegen aus der Presseabteilung, durchs Stadion geführt. Gekommen sind Alte, Junge und zahlreiche ganz Junge – Freiburger, Leute aus der Region und auch Urlauber. Während die einen wie der 66-jährige Dauerkarteninhaber Hans-Peter Schuler, der gleich einen ganzen Aktenordner mit gesammelten Zeitungsartikeln über den SC mitgebracht hat, eingefleischte SC-Fans sind, sind andere noch nie im Bundesligastadion an der Schwarzwaldstraße gewesen. Zu ihnen gehört auch Christa Hölderle aus Kirchzarten: "Wenn man’s live sieht, ist es anders, als wenn man darüber liest", sagt die regelmäßige BZ-Ferienaktionsteilnehmerin über das SC-Stadion. Demnächst wolle sie mit ihrem bald 90-jährigen Schwiegervater mal ein Spiel besuchen. Der Zufall will es, dass sie just in dieser Woche drei Stadien "live" zu sehen bekommen hat: bei einem Besuch in München das Olympiastadion und die Allianz-Arena und nun das Mage-Solar-Stadion. "Das", findet sie, "ist hier und soll hier bleiben."

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Abschüssiges Spielfeld: Das Gefälle beträgt einen Meter

Damit spielt Hölderle auf die seit langem andauernde Stadiondebatte – Ausbau am jetzigen oder Neubau an einem anderen Standort? – an, die ein Grund dafür ist, dass die BZ ihren Leserinnen und Lesern diesen Blick hinter die Kulissen ermöglichen wollte. Sie sollen sich selbst mal ein Bild vom Zustand des 24 000 Zuschauer fassenden Stadions – des zweitkleinsten der Bundesliga – machen.

Einige Jungs versuchen in der Mixed Zone unter der Haupttribüne vergeblich, etwas durch die milchigen Glasscheiben zu erkennen, die Kabinentrakte bleiben für die Öffentlichkeit tabu, denn dort halten sich gerade Spieler auf, die nicht draußen neben dem Stadion trainieren. Immerhin verrät SC-Sprecher Raschke, dass in Freiburg – anders als in vielen anderen Bundesligastadien – die Gästekabine eher spartanisch ausgestattet ist. Gemurrt habe deswegen aber noch niemand, auch nicht der große FC Bayern.

Raschke zeigt, dass das SC-Stadion in der Bundesliga in vielem nicht mehr zeitgemäß und nur noch bedingt konkurrenzfähig ist. Er bittet die am Rasenrand stehenden Besucher, mit dem Auge der Bandenwerbung an der gegenüberliegenden Osttribüne zu folgen. Deutlich ist zu erkennen, wie das ohnehin zu kurze Spielfeld zur Südtribüne hin ansteigt. Einen Meter betrage das Gefälle. Auch die geringe Zahl an Behindertenplätzen (65), das mangelnde Platzangebot für VIPs, die schlechten Parkmöglichkeiten, der wenig komfortable Gästeblock, der begrenzte Raum für Fernseh- und Fotojournalisten und die geringen Ausbaumöglichkeiten (nur 1000 zusätzliche Plätze dürfen aufgrund eines gerichtlichen Vergleichs mit Anwohnern gebaut werden) spricht SC-Sprecher Raschke an. "Das ist definitiv nicht ideal hier drin."

Beim nächsten BZ-Ferienaktionstag können sich 9- bis 13-jährige Jungen und Mädchen am Montag, 13. August, von 13 bis 16.30 Uhr in den Sportarten American Football, Hockey oder Judo ausprobieren; Sportkleidung und Getränke mitbringen. Treffpunkt ist die Burda-Halle der Freiburger Turnerschaft, Schwarzwaldstraße 181. Anfahrt mit der Straßenbahnlinie 1, Haltestelle Hasemannstraße.

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Autor: Frank Zimmermann


1 Kommentar

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Lucas Kirberg

Registriert seit: 15.09.2010

Kommentare: 22

08. August 2012 - 18:14 Uhr

Wann gibt es denn nun einen Rats-Beschluss, ob dem SC erlaubt wird, ein zeitgemäßes Sadion zu bauen?

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