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21. März 2017

BZ-UMFRAGE: "Es geht um die Historie, nicht um Kriegsverherrlichung"

Der Landesverband der Bürgerwehren und Milizen von Baden und Südhessen hatte seine Kommandantentagung in St. Georgen /.

  1. Thomas Rempfer, 32, Bretten, stellvertretender Spielmannszugführer der Bürgerwehr Bretten, seit 16 Jahren Mitglied: „Brauchtum und Kameradschaft auch an die folgenden Generationen weiterzugeben, darum geht es für mich. Wenn am Straßenrand die Kinderaugen leuchten, das ist einfach schön. Besonders das jährliche Peter-und-Paul-Heimatfest in Bretten ist ein Höhepunkt für mich. Bei diesem mittelalterlichen Fest, das mittlerweile auch Unesco-Kulturerbe ist, feiern wir das Ende der Belagerung Brettens von 1504.“ Foto: Rita Eggstein

  2. Hans-Joachim Böhm, 63, Villingen, Kommandant der historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen, seit 14 Jahren Mitglied: „Ich bin Landeskommandant, das heißt Kommandant aller Bürgerwehren in Baden und Südhessen. Auf europäischer Ebene sind wir unter dem Namen Scharniere des Friedens organisiert. Denn genau darum geht es. Ursprünglich ist die Kavallerie meine Heimat, ich besitze auch selbst Pferde. Vor einigen Jahren habe ich dann bei der Bürgerwehr teilgenommen, es hat mir gefallen – und ich bin geblieben.“ Foto: Rita Eggstein

  3. Ute Ruesch, 53, Waldkirch, Vorsitzende der historischen Bürgerwehr Waldkirch, seit 12 Jahren Mitglied: „Es macht mir Freude, mich zu engagieren. Und die Musik macht mir Spaß – das sind Gründe, warum ich in der Bürgerwehr bin. Auch die Auftritte bei ganz unterschiedlichen Gelegenheiten sind ein großer Pluspunkt. In unserem Spielmannszug bin ich unter 17 Mitgliedern eine von fünf Frauen. Mit den Bürgerwehren, die es heute überall gibt, haben wir aber nichts zu tun. Es geht um die Historie, da sehe ich keine Kriegsverherrlichung.“ Foto: Rita Eggstein

  4. Walter Goldschmidt, 77, Freiburg, Kommandant der historischen Freiburger Bürgerwehr, seit 49 Jahren Mitglied: „Als ich vor knapp 50 Jahren von Karlsruhe nach Freiburg zog, suchte ich einen neuen Freundeskreis. Bei der Bürgerwehr habe ich ihn gefunden. Wir sind die alten Stadtsoldaten, die die Tore der Stadt bewachten, als sich Freiburg nach Abzug der Österreicher selbst verteidigen musste. Weil damals nicht genug Geld für Uniformen da war, musste improvisiert werden. Deshalb ist unser Frack kürzer als der von allen anderen, das ist einmalig.“ Foto: Rita Eggstein

  5. Jürgen Baumgärtner, 56, Tiengen, Kommandant der Bürgerwehr Tiengen, seit 32 Jahren Mitglied: „In die Bürgerwehr bin ich praktisch reingewachsen, von der Familie waren wir da alle mal drin. Vor allem die ARD-Filmproduktion ,Ein Traum von der Freiheit’ von Jürgen Stumpfhaus im Jahr 1997 ist mir im Gedächtnis geblieben, bei der wir mit unserer Bürgerwehr mitgemacht haben. Anfeindungen musste ich übrigens noch gar nie ertragen, wenn ich in Uniform unterwegs war – wir werden mehr als Trachtengruppe gesehen.“ Foto: Rita Eggstein

  6. Klaus Buchholz, 59, Haslach i.K., Kommandant der historischen Bürgerwehr Haslach, seit 27 Jahren Mitglied: „Ich bin erst seit letztem Jahr Kommandant. Die Gruppe anzuführen und die Bürgerwehr zu leiten, das hat mich gereizt. Die Bürgerwehr hat mir schon so viele schöne Erlebnisse beschert, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Aber gerade Termine wie der Neujahrsempfang der Bundeswehr in Stuttgart bleiben natürlich im Gedächtnis. Zwar musste ich mir auch schon blöde Kommentare anhören, aber da steht man inzwischen drüber.“ Foto: Rita Eggstein

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Autor: Judith Reinbold (Text) und Rita Eggstein (Fotos)