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18. März 2015 22:22 Uhr

Entscheidung des Gemeinderats

Carsharing-Anbieter freuen sich auf Stellplätze

Jetzt ist es durch: Der Gemeinderat hat am Dienstag das neue Stellplatzkonzept für Carsharing-Autos in Vollzug gesetzt. Wie berichtet sollen ab Mitte 2015 450 neue Stellplätze zur Verfügung stehen – im öffentlichen Raum.

  1. Unter der Stadtbahnbrücke stehen bereits Carsharing-Autos der Deutschen Bahn. Foto: thomas Kunz

In einem der nächsten Schritt wird die Vermietung an die Carsharing-Firmen beginnen.

So soll das Autoteilen noch einfacher werden. Die neuen Stellplätze seien präsenter im Stadtbild, sagt Michael Nowack, Vorstand von Stadtmobil Carsharing Südbaden. Er habe die Hoffnung, dass man so weiter "aus den engen Hinterhöfen" herauskomme. Bislang sind die Stellplätze vor allem von Privatleuten an die Anbieter vermietet. Teilweise soll das so bleiben, aber ein Großteil der Flotte wird mittelfristig die Plätze wechseln. Dass Privatleute sich ärgern, die bislang an sie vermietet hätten, glaubt Nowack nicht. "Ich habe manchmal den Eindruck, dass private Stellplätze in Freiburg mit Gold aufgewogen werden."

Auch Christian Dufner, Leiter des Carsharing-Anbieters Grüne Flotte, freut sich über die Neuerungen. Die Kunden würden kürzere Wege haben, was Carsharing noch attraktiver mache, sagt auch er. Damit überhaupt öffentliche Stellflächen von der Stadt an Carsharing-Anbieter vermietet werden können, musste die Verwaltung erst den Bebauungsplan ändern. Damit geht man einen Weg, der in Deutschland noch recht neu ist. Dahinter steckt auch der Gedanke, bundesweit weiterhin einer der Vorreiter im Carsharing zu sein. "Da trauen sich viele Kommunen einfach nicht ran, weil das aufwändig ist", sagt Nowack von Stadtmobil. Die 450 geplanten Stellplätze an insgesamt 134 Standorten (siehe Grafik) werden sicher nicht sofort vergriffen sein. "Das geht Schritt für Schritt", erklärt Nowack. Die Planung sei sehr langfristig angelegt, die Fahrzeugflotte werde langsam aufgestockt. Das Potenzial für Wachstum sei groß.

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Im Stadtgebiet Freiburg sind momentan mehr als 240 Carsharing-Fahrzeuge unterwegs. Es gibt derzeit drei Anbieter. Stadtmobil Carsharing Südbaden (140 Autos), die Grüne Flotte (90) und Flinkster, das Angebot der Deutschen Bahn (15). Die ersten neuen Plätze können nach Angaben der Stadtverwaltung aber erst vermietet werden, "wenn die Modalitäten der Vermietung, das Vergabeverfahren geklärt sind und die Ausschreibung der ersten Tranche durchgeführt ist". Außerdem müssten die Plätze entsprechend gekennzeichnet werden. Welche Stellplätze sind die besten und welcher Anbieter bekommt sie? "Es geht jetzt nicht darum, dem anderen was wegzuschnappen", sagt Nowack von Stadtmobil. Auch Christian Dufner von der Grünen Flotte betont "ein gutes Miteinander". Es werde sicher ein faires Verfahren geben.

Was die Carsharing-Anbieter allerdings nicht brauchen: dass noch einen großer, dritter Anbieter auf den Markt kommt, so Michael Nowack, "und sich ins gemachte Nest setzt". Bei der Freiburger Stadtverwaltung geht man davon aus, dass die 450 Stellplätze erst nach mehreren Jahren komplett vermietet sein werden. Bis dahin stehen unvermietete Plätze, die für Carsharing vorgesehen sind, weiterhin allen Autofahrern als Fläche zur Verfügung.

Autor: Adrian Hoffmann