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29. Juni 2015

Andrang bei Vernissage

Cartoonist Peter Gaymann feiert in Freiburg ein rekordverdächtiges Geburtstagsfest

Bei der Vernissage zum 65. des Cartoonisten Peter Gaymann kamen fast 500 Gäste.

  1. Jubilar Peter Gaymann im Gespräch mit der Fernsehmoderatorin Christine Westermann (blieb im Hintergrund: Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, rechts) Foto: Rita Eggstein

So viele Geburtstagsgäste hatte Peter Gaymann noch nie. Fast 500 Menschen drängelten sich am Freitagabend im Innenhof des Museums für Neue Kunst bei der Vernissage seiner Ausstellung "Kunst kommt von Kaufen" – am 65. Geburtstag des Cartoonisten. Wegen des großen Andrangs wurden die Reden und die Übergabe der dreistöckigen Torte nach draußen verlegt.

Die Aufmerksamkeit musste sich Gaymann mit einem seiner prominenten Gäste teilen. Fernsehmoderatorin Christine Westermann hatte auch dazu beigetragen, dass es im Treppenhaus zu eng geworden wäre. "Ich bin ein großer Fan Ihrer Sendung ,Zimmer frei!’", bekam sie gleich mehrfach zu hören, auch von Museumsleiterin Christine Litz. Dass sie zur Einführung in die Ausstellung Gespräche mit Litz, Kuratorin Isabel Herda, Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach und dem Künstler führte, war ihr Geburtstagsgeschenk für Gaymann. "Wir haben uns vor zehn Jahren bei einer Ausstellungseröffnung kennengelernt und sind Freunde geworden", erzählte Westermann. Um mit Kunst etwas anfangen zu können, brauche sie aber ihren Mann Jochen Baller: "Jochen kann toll erklären." Schon vor der Vernissage hatte sie mit ihm zusammen die Ausstellung ihres Freundes und Kölner Nachbarn angeschaut und war vor allem vom "Museumsshop" begeistert. Der ist in Wirklichkeit gar kein Laden, sondern Teil der Ausstellung. "Da wird man doch verrückt, weil man die Sachen am liebsten kaufen würde", sagte Westermann. Unter anderem wurden Geschirr und Schmuck mit den berühmten Gaymann-Hühnern verziert. Eine Serienproduktion ist nicht geplant.

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Der Museumsshop sei auch einer seiner Lieblingsräume, erzählte Gaymann im Gespräch mit der Moderatorin. Der gebürtige Freiburger ist Litz sehr dankbar, dass sie ihm diese Ausstellung ermöglicht hat: "Das toppt alles bisherige, weil es eine andere Art von Ausstellung ist. Schräge Ideen zu verwirklichen war eine angenehme Aufforderung." Der Cartoonist war "stolz und auch gerührt", dass so viele Freunde und seine Familie kamen, um zu gratulieren. In Freiburg fühle er sich noch immer verwurzelt, auch weil seine Brüder und viele Freunde hier leben. Im Alten Wiehrebahnhof habe er seine erste Ausstellung gehabt und sich als Student oft mit dem Skizzenblock auf den Alten Friedhof zurückgezogen.

In den zwei Wochen vor der Ausstellungseröffnung hat er wieder viel Zeit in Freiburg verbracht, und auch in den kommenden Wochen wird er immer wieder im Museum präsent sein. Schließlich wurde auch sein Kölner Atelier eins zu eins in der Ausstellung aufgebaut. "Zu Hause nutze ich das jetzt zum Renovieren", sagt Gaymann. An Rente denke er trotz seines Alters noch lange nicht. Nach der Ausstellung werde das Atelier wieder in Köln eingerichtet, mit neuem Tisch und neuem Malkasten.

Der Rekord von 465 Vernissage-Besuchern ließ die Museumsleiterin strahlen. "Gaymann ist ein extrem großzügiger Künstler", lobte Litz, "und er bringt Dinge auf den Punkt, haut sie uns aber nicht um die Ohren." In der Ausstellung wird passend zum 30-jährigen Bestehen des Museums der Kunstbetrieb reflektiert und hinterfragt. Kulturbürgermeister von Kirchbach war davon genauso begeistert wie Christine Westermann: "Ich hatte sehr hohe Erwartungen und die sind noch übertroffen worden."

Die Ausstellung "Peter Gaymann: Kunst kommt von Kaufen" ist bis 25. Oktober im Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10 a, zu sehen (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro).

Autor: Daniela Frahm