Chanukka mit Berlinern, Musik und Tanz

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Mo, 10. Dezember 2018

Freiburg

Freiburger Juden feiern das Lichterfest / Buntsandstein-Modell der alten Synagoge übergeben.

FREIBURG (si). Mit Berlinern, Tanz und Musik haben Freiburger Juden am Wochenende das Lichterfest Chanukka gefeiert und die letzte von acht Kerzen auf der Chanukkia, dem traditionellen Leuchter, entzündet. In der Israelitischen Gemeinde wurde zudem ein Modell der Alten Synagoge vorgestellt.

Die egalitäre jüdische Gemeinde Chawura Gescher lud am Samstag zu einem nachmittäglichen Gottesdienst und anschließender Chanukka-Party. Für die orthodoxe Chabad-Bewegung zündete am Samstagabend auf dem Platz der Alten Synagoge Rabbiner Yakov Gitler eine Kerze auf der großen hölzernen Chanukkia an. Der Klarinettist Michael Heitzler spielte dazu Chanukka-Lieder. Und die Israelitische Gemeinde hatte am Sonntagabend Oberbürgermeister Martin Horn zu Gast, der die letzte Kerze in der Synagoge an der Nussmannstraße entzündete. Dort steht die Chanukkia an einem großen Fenster und zeigt ihr Licht symbolhaft nach draußen.

Nach gemeinsamem Singen mit Kantor Moshe Hayoun und vor der Verteilung von Berlinern – an Chanukka werden vor allem in Öl gebackene Speisen gegessen – übergab Horn das Modell der alten Synagoge, die einst auf dem Platz der Alten Synagoge gestanden hatte und in der Pogromnacht 1938 zerstört worden war. Der Freiburger Bildhauer Michael Hellstern hat das Abbild des einstigen jüdischen Gotteshauses nach historischen Fotos in Buntsandstein nachgebildet. Eine heikle Aufgabe, denn es gibt nur wenige Fotos des Gebäudes, die meisten mit begrenzten Ansichten. "Von der Rückseite gibt es gar keines", sagt Hellstern. Nun wird das Modell noch einmal in Hellsterns Werkstatt verfeinert, bevor es in der Neuen Synagoge einen festen Standort finden soll. Ein geplantes zweites Modell soll die liberale Gemeinde Chawurah Gescher erhalten.