Freiburg

Christian Würtz tritt das Amt als Dompfarrer und Stadtdekan der Katholischen Kirche an

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Sa, 15. September 2018

Freiburg

Das Münster ist vom Gerüst befreit und der neue Dompfarrer ist da. An diesem Sonntag wird Christian Würtz in sein Amt eingeführt und damit die Nachfolge von Wolfgang Gaber antreten, der bereits seit Mai im Ruhestand ist. Der gebürtige Karlsruher vertritt als Stadtdekan künftig auch die acht Freiburger Seelsorgeeinheiten und arbeitet als Domkapitular in der Erzdiözese zudem eng an der Seite von Erzbischof Stephan Burger.

FREIBURG. Das Münster ist vom Gerüst befreit und der neue Dompfarrer ist da. An diesem Sonntag wird Christian Würtz in sein Amt eingeführt. Er tritt damit die Nachfolge von Wolfgang Gaber an, der bereits seit Mai im Ruhestand ist. Der gebürtige Karlsruher vertritt als Stadtdekan künftig auch die acht Freiburger Seelsorgeeinheiten und arbeitet als Domkapitular in der Erzdiözese zudem eng an der Seite von Erzbischof Stephan Burger.

"Wenn der Erzbischof dich ruft, dann sagst du natürlich zu", erinnert sich Christian Würtz an den Tag der Entscheidung. Die letzten Jahre verbrachte der 47-Jährige als Pfarrer im Kinzigtal. Gerne wäre er Gengenbach und seinen Gemeinden noch ein bisschen treu geblieben. Doch der Reiz, künftig in Freiburg zu wirken, war groß. Verständlich; studierte und lebte Würtz von 1998 bis 2004 immerhin schon in der Stadt und hat schöne Erinnerungen an die Zeit. Vom Collegium Borromaeum, dem Priesterseminar der Erzdiözese, in dem er wohnte, sei man so schnell auf dem Schlossberg und mitten im Grünen. Auf der anderen Seite habe man die Altstadt und das Münster direkt vor der Tür. Diese Nähe wird er nun wieder genießen können, sobald er seine Kartons ausgepackt und die ersten Termine hinter sich gebracht hat. Das werden in seiner Dreifachrolle nicht wenige. Zwar nimmt der ebenfalls neu angetretene Dominikanerpater Markus Emmanuel Fischer bereits die Aufgabe als Leitender Pfarrer in den Pfarreien der Seelsorgeeinheit Mitte wahr.

Vorurteile abbauen und Ökumene vorleben

Doch auf Würtz, der in seiner Freizeit gerne Konzerte des SWR-Sinfonieorchesters und des Freiburger Barockorchesters besucht, wird einiges zukommen. Zusammen mit Pater Markus und Dutzenden von Mitarbeitern ist er für die Seelsorge von circa 11 600 Katholiken in Freiburgs Zentrum zuständig. "Ich hoffe, dass ich mir Zeit nehmen darf, um hereinzuwachsen", sagt er. Für die Seelsorge sei dabei immer Zeit: "Die Menschen ernst nehmen, ihnen ein Wegbegleiter sein und den Blick gemeinsam auf Gott richten." Seine Kirche sollte sich auch als Ort sehen, der verwundeten Menschen als Lazarett dient. Würtz will ins Gespräch kommen, auch außerhalb der Kirchenmauern. "Es gibt viele Vorurteile und die Menschen sind oft überrascht, wenn sie uns treffen und sehen, dass wir gar nicht so weltabgewandt und verschlossen sind", sagt er auf die Frage nach denen, die sich von der Kirche abwenden und austreten. Vielleicht kann er einige mit seinen Erlebnisgottesdiensten für die ganze Familie oder den Glaubenskursen, die im Kinzigtal gut ankamen, gewinnen.

Die Missbrauchsfälle bezeichnet er als "dunklen Fleck für unsere Kirche". Man müsse sich um Hilfen und Entschädigungen für die Opfer kümmern und die Präventionsmaßnahmen ausbauen. Was die Ökumene betrifft, sei er "frohgemut". Mit dem evangelischen Stadtdekan Markus Engelhardt habe er sich schon ausgetauscht. Beim zentralen Gottesdienst am Reformationstag wird Würtz in der Ludwigskirche eine Predigt halten.

Die Einführung des neuen Stadtdekans und Dompfarrers Christian Würtz findet am Sonntag um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst im Münster statt.