Samstags-Uni

Christoph Kampmann spricht über das Ende des Dreißigjährigen Krieges

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Do, 12. Juli 2018

Freiburg

Der Dreißigjährige Krieg war dieses Sommersemester im Fokus der Vorlesungsreihe des Studium Generale. Zum Abschluss am Samstag spricht der Historiker Christoph Kampmann von der Philipps-Universität Marburg über die Friedensbemühungen gegen Kriegsende.

"Bereits 1635 waren die Kriegsparteien prinzipiell bereit und entschlossen, einen Frieden herbeizuführen und zeigten sich kompromissbereit. Trotzdem wurde nicht sofort Frieden geschlossen, denn nun wurde Krieg um den richtigen Frieden geführt. Während der Kaiser einen deutschen Frieden, also einen auf der Ebene des Heiligen Römischen Reichs, ohne die auswärtigen Mächte wollte, plädierten seine Gegner für einen europäischen Frieden. Frankreich strebte einen universalen Friedenskongress an, in dem alle Konflikte beraten und gelöst werden sollten. Im Ringen um den Frieden unterlag der Kaiser, und seine Gegner, Frankreich und Spanien siegten. So kam es zu einem Kongress, der mit seinen 109 Delegationen in seinen Dimensionen davor beispiellos war. Und trotzdem: Aus dem europäischen Friedenskongress entstand kein europäischer Frieden. Der Krieg ging außerhalb der deutschen Grenzen, vor der Haustür des Reichs, noch über zehn Jahre weiter, besonders zwischen Frankreich und Spanien. Die beiden konnten sich trotz des groß angelegten Friedensvertrags nicht einigen und führten die Kämpfe mit hoher Brutalität weiter. Doch als Friede für das Heilige Römische Reich war der Westfälische Friede ein Erfolg, der auch dauerhaft seine Wirksamkeit behielt. Auch rückblickend, für die Lösung aktueller Weltkonflikte, lohnt sich der Blick auf den Westfälischen Frieden, nicht wegen der Friedensregelungen, sondern wegen der erheblichen Innovationsbereitschaft. Nur weil gewohnte Bahnen verlassen wurden, konnte Frieden erreicht werden. Von dieser Innovationsbereitschaft kann vielleicht noch heute gelernt werden."

"Vom Dreißigjährigen Krieg zum Westfälischen Frieden: Europäische Lösung eines deutschen Krieges"

Vortrag von Christoph Kampmann am Samstag, 14. Juli, 11.15 Uhr, Uni Freiburg, KG II, Hörsaal 2004, Eintritt frei.