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30. Juni 2009

Das ewige Blumenmädchen

Seit 25 Jahren (II): Marias Blumenlädele hinterm Münster

  1. Ein im wahrsten Sinne florierendes Geschäft: Maria Linders kleiner Laden Foto: Ingo Schneider

Für die Blumen im Freiburger Münster ist Maria zuständig. Kein Scherz. Maria Linder sorgt für die Sträuße und Gestecke am Altar und den Blumenschmuck in der Freiburger Kathedralkirche der Dompfarrei "Unserer Lieben Frau". Dompfarrer Claudius Stoffel hat die Inhaberin von "Marias Blumenlädele" Auf der Zinnen Nummer 9, keine fünf Minuten vom Münster entfernt, zum floristischen Kirchendienst verpflichtet.

Aber das ist eigentlich eine Nebentätigkeit, Marias Hauptsache ist ihr Blumenladen, den sie vor genau 25 Jahren, im Juni 1984 eröffnet hat. Da war Maria 26 Jahre jung und die Trachtengruppe Glottertal hat ihrem Mitglied zur Eröffnung einen Besuch abgestattet. Die Tracht passt ihr heute noch, ihre Altersgenossinnen wüssten gern Marias Geheimrezept. So viel ist bekannt: Sie wandert gern und sie tanzt. Und weil sie abends keine Zeit hat, tut sie’s schon mal tagsüber im Laden. Stillstehen kennt sie so wenig wie Stillstand. Nicht nur äußerlich ist sie das Blumenmädchen von damals geblieben, ihre Energie ist ungebremst, ihre Leidenschaft als Floristin hat keine Spur abgenommen. "Blumen sind für unser Vergnügen da", sagt sie, geradezu flehend um einen liebevollen Umgang mit den Gewächsen, die sie nicht als Massenware, sondern meist als kunstvolle Gebinde an Mann und Frau bringt.

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Rundherum sind viele kleine Geschäfte verschwunden
Linder spürt, was Kunden wollen, sagt sie. "Ich seh’s ihnen an der Nasenspitze an", behauptet sie keck – zum Beispiel also, ob der Herr die Blumen mit schlechtem Gewissen für die Ehefrau oder für eine heimlich Angebetete besorgt. Geburtstage, Hochzeiten, Taufen, Kommunionen, Beerdigungen und Festgesellschaften, das sind die wichtigsten Anlässe für Blumengeschäfte. Sie kehren immer wieder, aber wenn weniger Geld da ist, wird am Blumenschmuck zuerst gespart. Und es gibt billige Alternativen. Das sorgt kurz für Wolken auf Maria Linders Stirn, aber sie kennt das Auf und Ab jetzt über ein Vierteljahrhundert. Immerhin hat sie es geschafft, ihren Blumenladen in zentraler Lage zu halten, während links und rechts kleine Händler reihenweise aufgegeben und Filialisten sich breit gemacht haben. Den "letzten Mohikaner" nennt sie sich halb scherzhaft, halb wehmütig.

Schon Linders Großmutter ist mit Gemüse aus dem Glottertal auf den Freiburger Markt gekommen. Aufgewachsen ist Maria auf einem Bauernhof mit Ferienwohnungen. Gelernt hat Maria Linder an der Habsburgerstraße, ihr erster Laden war in der Dreherstraße hinterm Kaufhof. Im Viertel hinter dem Münster ist "die Maria" längst eine Institution. Sie hat treue Kundinnen und Kunden, alte und junge.

Autor: sie