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21. Juli 2014

Demo gegen Israels Politik in der Freiburger Innenstadt

Rund 100 bei Mahnwache, rund 1000 beim Zug durch die Stadt.

  1. Friedlich demonstrierten am Samstag in Freiburg rund 1000 Menschen gegen Israels Politik gegenüber Gaza. Foto: Julia littmann

Zu einer Kundgebung mit Mahnwache auf dem Kartoffelmarkt hatten am frühen Samstagnachmittag Café Palestine und Die Linke – Sozialistisch-Demokraischer Studierendenverband aufgerufen. Knapp hundert kamen im Lauf der anderthalbstündigen Veranstaltung, um ein Zeichen zu setzen. Redner sprachen nicht nur von den isrealischen Bomben auf Gaza, sondern berichteten auch von den Folgen der Besatzung Palästinas, von der Mauer und den Siedlungen der Israelis, die allesamt "das Gegenteil von Frieden bringen".

Ähnlich waren auch die Redebeiträge bei einer spätnachmittäglichen Demonstration in der Innenstadt, als deren Veranstalter Alayan Hassan auftrat, dessen Familie aus dem Libanon stammt. Ein Mitveranstalter aus Stuttgart hatte nach eigenen Angaben via Facebook rund 10 000 Einladungen zu dieser Kundgebung verschickt, fast 1000 waren – so die Einschätzung der Polizei – dieser Einladung gefolgt. Harry Hochuli, Einsatzleiter der begleitenden Polizei, nannte die Kundgebung auf dem Karlsplatz und den anschließenden Umzug zum Konrad-Adenauer-Platz vor dem Konzerthaus "ausgesprochen friedlich". Er teilte mit, es habe lediglich zwei Festnahmen im Zusammenhang mit der Demonstration gegeben: Jemand habe von außen versucht, die Veranstaltung zu stören. Augenzeugen hingegen berichten, jemand habe vom Rand her "Shalom" gerufen und sei deshalb vorübergehend festgenommen worden. Ein anderer hatte innerhalb des Demonstrationszuges ein Schild mit der Aufschrift "Angela Merkel – Kindermörderin" gezeigt. Das diffamierende Schild wurde als Beweismittel beschlagnahmt, die Personalien des Schildträgers aufgenommen – Angela Merkel werde von dem Vorgang informiert und könne in dieser Sache Anzeige erstatten, so Hochuli.

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In der Innenstadt entlang der Demonstration mit etlichen Palästina-Flaggen reagierten Passanten zum Teil erschreckt und empört auf den Protest und auf die Sprechchöre "Allahu aqbar". Andere signalisierten Zustimmung. Alayan Hassan sprach am Rande der Kundgebung mit skeptischen Beobachtern. Die fanden, die Versammlung wirke aggressiv. Alayan Hassan versicherte: "Wir sind keine radikalen Leute, wir wollen Frieden für beide Parteien, für die Palästinenser und auch für Israel." Die friedliche Absicht stellte ein anderer Passant in Frage: "Wieso wurde dann eben eine israelische Fahne zertrampelt?" Das sei nicht in ihrem Sinne, erklärten die Veranstalter, aber sie hätten es auch gar nicht bemerkt.

Autor: Julia Littmann