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07. Januar 2012
Der Kiesbagger rückt am Opfinger Baggersee ab
Baustoff-Firma Hermann Peter KG will Abbau am Opfinger Baggersee noch in diesem Jahr beenden.
Nach 52 Jahren soll heuer endgültig Schluss sein mit der Kiesgewinnung am Opfinger Baggersee. Das hat die Hermann Peter KG in Rheinau, die über eine Tochtergesellschaft den dortigen Saugbagger betreibt, auf Anfrage der BZ bestätigt. Im Laufe des Jahres sollen demnach, wenn alles glatt geht, der Rückbau der technischen Anlagen und die Renaturierung beginnen. Was dies konkret beinhaltet, ist allerdings noch zu klären. Laut Ralf Zähringer vom städtischen Umweltschutzamt soll dazu erst ein Konzept erarbeitet werden. In Kürze bespricht der Umweltausschuss des Gemeinderats, was werden soll.
Mit einer Oberfläche von 43 Hektar ist der Opfinger Baggersee der mit Abstand größte der insgesamt elf Baggerseen auf Freiburger Gemarkung (siehe Tabelle) – und damit sogar zugleich eine Idee größer als der Stadtteil Vauban (41 Hektar). Er fasst mit einem Volumen von 4,2 Millionen Kubikmetern mehr Wasser als die anderen zehn Seen zusammen.Zugleich ist er der einzig verbliebene See, aus dem noch aktiv Kies gewonnen wird. Zuletzt wurde davor 1981 beim Flückigersee die Kiesgewinnung eingestellt. "Die Betreiberfirma hat uns mitgeteilt, dass sie den Baggerbetrieb beenden will", erklärte auf Anfrage Ralf Zähringer, der stellvertretende Leiter des Freiburger Umweltschutzamtes.
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Das werde für den beliebten Badesee ein umfassendes Renaturierungskonzept erforderlich machen, kündigte Zähringer zudem an. Die bestehenden Vereinbarungen mit dem Betreiber, die auf einem Konzept aus dem Jahr 1997 beruhen, entsprächen nicht mehr den aktuellen ökologischen Erfordernissen. Hier seien Anpassungen nötig.
"Wir haben uns darüber schon Gedanken gemacht, aber ich werde dazu nichts Näheres sagen, bevor wir nicht den Umweltausschuss informiert haben", so Zähringer. Das soll Mitte Januar der Fall sein. Der Opfinger Baggersee unterliegt erheblichen Umweltschutzrestriktionen. Er befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet, einem Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet und gilt zudem als schutzwürdiges Biotop. Ebenso wie der unmittelbar benachbarte Waltershofener Baggersee, für den wegen seiner äußerst miserablen Wasserqualität ein Badeverbot gilt, liegt auch der Opfinger See im Bereich des "düngenden" Grundwasserstroms vom Rieselfeld her. Weil dort früher das Freiburger Abwasser per Verrieselung geklärt wurde, enthält das Grundwasser noch heute viel Phosphat – was das Algenwachstum fördert und damit Seen zum "umkippen" bringen kann.
Das alles werde zu bedenken sein, sagt Zähringer. Die Firma Peter müsse den See und die Uferflächen in einen nachhaltig stabilen Zustand versetzen. Badegäste finden heute am Opfinger Baggersee eine Liegewiese, einen Kiosk und einfache Toiletten vor.
Zur Frage, ob diese Infrastruktur künftig erweitert werden könnte, äußerte sich Zähringer nicht, weist aber darauf hin, dass es in der Vergangenheit immer wieder Fälle einer "Party-Übernutzung" am Seeufer gab. Mitte der 1970er Jahren hätten sogar Pläne bestanden, den Opfinger und den Waltershofener Baggersee zu einem großen "Regatta-See" für den Bootssport zu verbinden – wozu es dann aber nicht kam.
Die im Jahr 1932 gegründete Hermann Peter KG, die aktuell insgesamt 160 Mitarbeiter beschäftigt, hat über ihre Tochtergesellschaft, die Moräne Handels GmbH & Co. KG, nach eigenen Angaben derzeit noch zwei Vollzeitkräfte am Opfinger Baggersee im Einsatz, die dort mit dem Saugbagger Kies vom Seegrund ans Ufer befördern und dort zum weiteren Gebrauch aufbereiten. Auch am Niederrimsinger Baggersee ist die Hermann Peter KG tätig.
Autor: Holger Schindler
