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27. Januar 2011

Der Kindergarten als Karrierestart

Die Entscheidung, von der Kunst zu leben, ist mit hohem Risiko verbunden – drei Künstler aus der Region erinnern sich.

  1. Er hat gute Karten: Christoph Mack, alias Zauberer Sebastian, lebt seit 30 Jahren von den Auftritten auf der Bühne. Foto: Ingo Schneider

  2. Das Acoustic Fun Orchestra Foto: Britt Schilling

Das Leben des Künstlers ist Rausch und Not. So hat der französische Schriftsteller Sully Prudhomme einst ausgedrückt, was freischaffende Kreative auch heute erleben. Ihr Beruf ist mit Risiken verbunden. Die Arbeitsagentur trägt mit einem speziellen internationalen Vermittlungsdienst ein Stück zur Existenzsicherung von Künstlern bei.

Rampenlicht, Beifall, Lampenfieber – vom 31. Januar bis zum 3. Februar dreht sich auf der 23. Internationalen Kulturbörse auf der Freiburger Messe alles um die Unterhaltung. Begleitet von mehr als 180 Live-Auftritten in den Sparten Kabarett, Straßenkunst, Musik, Theater und Comedy informieren rund 350 Künstler, Event- und Künstleragenturen, Technik-Dienstleister, Verbände und Fachmedien über ihre Arbeit. Auch die Künstlervermittlung der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) ist am Wochenende vertreten und stellt ihre Leistungen vor. Diese Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit vermittelt Aufträge an freischaffende Künstler sowie Arbeitsplätze in künstlerisch-technischen Berufen.

Dieses Angebot nutzen auch die Künstler Sebastian Mack, Andreas Schub und Tilo Buchholz. Alle drei sind als Unterhaltungskünstler auf Kleinkunstbühnen, Messen oder Firmen-Events in Deutschland und im Ausland unterwegs. Sie haben es gewagt und die Leidenschaft zum Beruf gemacht.

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Der Zauberer Christoph Mack erinnert sich noch genau an den entscheidenden Moment. Er war Schüler am Berthold-Gymnasium in Freiburg und hatte noch nichts mit der Zauberei am Hut. Zufällig begleitete er einen Freund auf eine Zaubergala. "Der Abend hat mich so fasziniert, dass mir klar war: Das will ich auch!", erinnert er sich. Seinen ersten Auftritt hatte er 1971 im Kindergarten an der Turnseestraße. "Von da an habe ich mich dann richtig reingekniet und nach dem Studium beschlossen, die Zauberei zum Beruf zu machen." Auf kleinere Auftritte folgten Mitte der 70er Jahre erste Engagements des Künstlerdiensts ZAV. "Die ZAV ist für mich nach wie vor ein wichtiger Vermittler, von dem immer wieder ganz unterschiedliche Angebote aus Deutschland und auch aus dem europäischen Ausland kommen."

Inzwischen ist er seit fast 30 Jahren im Geschäft, zaubert und moderiert in Varietés, im Fernsehen oder verblüfft die Zuschauer bei Betriebsfeiern.Daneben betreibt Mack gemeinsam mit seiner Frau eine eigene Vermittlungsagentur für Unterhaltungskünstler.

Der Pianist Andreas Schub aus Titisee-Neustadt hat sich für ein Leben für die Musik entschieden. "Obwohl ich eigentlich schon nach der Realschule wusste, dass ich Musiker werden will, hat es noch eine Zeit gedauert, bis ich es gewagt habe", erzählt er. Das Künstlerdasein gelte in Deutschland immer noch nicht als richtiger Beruf. Das sei in Frankreich und Italien ganz anders.

Trotzdem hat sich Schub nach dem Studium auf das Risiko der Selbstständigkeit eingelassen. "Heute, mit zwei Kindern, würde ich das vielleicht nicht mehr so einfach machen, aber damals war ich noch ungebunden." Er schätzt die Abwechslung, die der Künstlerberuf mit sich bringt – und das Gefühl, anderen Freude zu machen.

Das ist auch das Ziel der Cover-Band Acoustic Fun Orchestra. Was in der Kindheit als gemeinsames Hobby begonnen hat, ist seit gut 20 Jahren der Beruf der Brüder Tilo, Coco und Lorenz Buchholz und ihres Bassisten Thomas Klauer. Ihre "Unterhaltungs-Event-Dienstleistungsband" setzt bei den Auftritten bei Stadtfesten und Messen auf das Motto "Nicht original, sondern originell!"

Auf der Internationalen Kulturbörse vom 31. Januar bis zum 3. Februar stellt sich die ZAV vor . Am 1. Februar beantworten Berater des europäischen Beratungs- und Vermittlungsnetzwerks Fragen zum Engagement im Ausland. Mehr Infos auch online unter www. zav-kuenstlervermittlung.de und unter kulturboerse-freiburg.de

Autor: Andrea Perino