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14. Juli 2009

"Der volle Service fürs Dienstrad"

Drei Fragen an: Ulrich Prediger zum Gründerpreis für seine Idee eines Fahrrad-Leasings

  1. Geleast radeln: Ulrich Prediger Foto: ingo schneider

Die ein Jahr alte Firma "Leaserad" aus Gundelfingen hat den mit 30 000 Euro dotierten Gründerpreis für ökologisch-nachhaltiges Wirtschaften der Frankfurter Karmakonsumkonferenz gewonnen, die zum dritten Mal das Onlinemagazin "Karmakonsum.de" einberufen hatte, das aus der grünen Lifestyle-Szene berichtet. Da passte Leaserad-Gründer Ulrich Prediger bestens ins Konzept, der Fahrräder zum Leasen anbietet. BZ-Mitarbeiter Stefan Merkle unterhielt sich mit ihm über die neuartige Geschäftsidee des Fahrrad-Leasings.

BZ: Herr Prediger, was darf ich mir unter Fahrrad-Leasing vorstellen?
Prediger: Man kennt Leasing ja eher aus dem Pkw-Bereich. Firmen leasen, weil man die Leasingraten sofort steuerlich geltend machen kann und – was noch wichtiger ist – weil man mit der monatlichen Rate gleich ein Full-Service-Paket einkauft, inklusive Wartung. Genau das wollen wir für Fahrräder anbieten. Etwa, dass eine typische Außendienstfirma ihre Mitarbeiter statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zum Kunden schickt oder dass die Mitarbeiter damit zwischen den Geschäftsstellen pendeln. Unser größter Kunde ist die Stadt Stuttgart, deren Mitarbeiter fahren mit unseren Rädern von Amt zu Amt. Das zweite Modell ist, dass Mitarbeiter das Fahrrad auch privat nutzen, also damit zur Arbeit kommen, was dem Arbeitgeber Parkplätze einspart.

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BZ: Wie sind Sie auf diese Geschäftsidee gekommen?
Prediger: Ganz pragmatisch. Ich hab' früher für ein vertriebsgesteuertes Unternehmen gearbeitet, hatte da auch einen Geschäftswagen, der stand aber meistens zu Hause rum, weil ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren bin. Ich habe mich damals immer geärgert, wenn etwas kaputt war und dachte, das wäre jetzt aber toll, wenn ich auch so ein geleastes Geschäftsfahrrad hätte.
BZ: Alle sprechen von der Krise, und Banken knausern mit Krediten. Wie überzeugen Sie, dass Ihre Geschäftsidee trotz Krise und neuartigem Konzept funktioniert?
Prediger: Wenn ich jetzt als Firma sage, ich will Fahrräder stärker einbinden, weil sie billig und umweltfreundlich sind, dann bietet sich das Leasing einfach an. Es gibt Studien, die eindeutig belegen, dass ein Firmenfahrrad das beste Argument ist, wenn Firmen ihre Mitarbeiter dazu bewegen wollen, aufs Rad umzusteigen. Außerdem sind Leute, die radeln weniger krank, schon alleine diese Einsparung macht die Investition für den Arbeitgeber wieder wett. Und nicht zuletzt sprechen ja auch unsere Kunden für uns. Inzwischen haben beispielsweise die Frankfurter Polizei oder die Fraktion der Grünen im Bayerischen Landtag bei uns angefragt. Ich bin mir einfach sicher, dass das Fahrrad einen höheren Stellenwert erhalten wird, einfach aus Umwelt-, Gesundheits- und Kostengründen.

Autor: sm