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27. April 2011

Der Zukunft schon einen Schritt voraus

Das Psychologische Institut und das ISE studieren bereits das Nutzerverhalten künftiger Elektroauto-Fahrer.

  1. E-Smart an der Stromzapfsäule Foto: Kiefer

Elektromobilität soll in naher Zukunft eine große Rolle spielen. Während die Autokonzerne von serienreifen Modellen noch weit entfernt sind, ist man am Institut für Psychologie der Uni Freiburg bereits einen Schritt weiter. In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für erneuerbare Energiesysteme (ISE) kümmert man sich dort schon um das Nutzerverhalten künftiger Elektroauto-Fahrer.

Die Zusammenhänge sind komplex. Wenn Elektroautos fahren, wird der Strom, so steht zu hoffen, zum größten Teil aus erneuerbaren Energien kommen, die naturgemäß starken Schwankungen unterworfen sind. Um ein Fahrzeug dann zu laden, wenn viel Energie im Netz ist, entwickelt das ISE ein intelligentes Lademanagementsystem. Das Auto wird immer dann geladen, wenn besonders viel Energie zur Verfügung steht. Um dieses System optimal zu nutzen, muss der Autofahrer, wenn er den Ladevorgang beginnt, angeben, wann er das nächste Mal das Auto nutzt und welche Streckenlänge er vorhat. Hier setzt die Studie an. "Wir wollen herausfinden, ob ein Autofahrer seine Fahrten im voraus planen kann und will", erklärt Studienleiter Ulf Hahnel. Der Diplom-Psychologe arbeitet sowohl an der Uni in der Abteilung Allgemeine Psychologie unter der Leitung von Hans Spada als auch am ISE. Dort beschäftigt sich ein Team von Psychologen speziell mit dem Nutzerverhalten und der intuitiven Bedienbarkeit neuer Technologien.

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Kai Steffen hat auf der Webseite der Uni von der Studie erfahren und will als Testperson dabei sein: "Ich habe mich schon viel mit Elektromobilität beschäftigt und finde die Sache spannend", sagt er. Mit seinem eigenen Auto soll er nun für zwei Wochen das zukünftige Szenario nachspielen. In einem Fahrtenbuch trägt er jeden Tag ein, welche Fahrten er plant und was er tatsächlich gefahren ist. Um überprüfen zu können, inwieweit die Planungsangaben und die tatsächlichen Fahrten in Übereinstimmung stehen, baut ihm Phillip Maiwald vom Psychologischen Institut einen GPS-Tracker in sein Auto ein, der alle Fahrten genau aufzeichnet. "Für mich sind diese Angaben kein Problem", sagt Kai Steffen, er schätzt seine eigene Mobilität als gut planbar ein: "Ich fahre eigentlich nur zur Arbeit oder in meine Heimat bei Berlin, und das weiß ich ja immer schon vorher." Ulf Hahnel hat aber auch viele Probanden, die sich schwertun, ihr Fahrverhalten im Voraus zu planen: "Es bedeutet natürlich eine Einschränkung, wenn man diese Angaben machen muss", gibt er zu. Neben Daten darüber, wie gut Autofahrer ihre Mobilität einschätzen können, erhofft sich Hahnel noch weitere Erkenntnisse: "Es wäre interessant herauszufinden, in wie weit sich bei den Probanden im Verlauf der Studie ein Lerneffekt einstellt." Weiterhin will man sehen, ob sich die Planbarkeit von beruflichen Fahrten und Fahrten in der Freizeit unterscheiden. Die gewonnenen Daten sollen dann zur Weiterentwicklung der Ladesysteme genutzt werden. Übrigens: Testpersonen mit eigenem Auto werden noch gesucht.

Kontakt: Ulf Hahnel, Tel. 0761/ 203-2421, Email: Ulf.Hahnel@psychologie.uni-freiburg.de. Alle Daten werden anonymisiert behandelt. Jeder Teilnehmer erhält eine persönliche Mobilitätsanalyse, jeder fünfte gewinnt 50 Euro.

Autor: Petra Völzing