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18. Oktober 2011

"Design ist ganz wichtig"

DREI FRAGEN AN: Jan Korvink, Professor mit Red-Dot-Award.

  1. Der Simulationsfachmann Jan Korvink präsentiert die – völlig reale – Red-Dot-Award-Urkunde. Foto: Kunz

  2. Design-Preis für High-Tech-HelmFreiburger Forscherteam erhält das internationalanerkannte Gütesiegel "red dot award" Foto: Provat

Erstmals hat die Uni Freiburg einen Red-Dot-Award gewonnen. Die bedeutende internationale Designauszeichnung ging an ein Forscherteam um Jan Korvink, Inhaber des Lehrstuhls für Simulation am Mikrosystemtechnik-Institut (Imtek). Beteiligt waren auch Jürgen Hennig, Leiter der Uniklinik-Röntgendiagnostik, mit seinen Leuten sowie Stefan Lippert vom Stuttgarter Designbüro IPDD. Gemeinsam haben sie einen besonders leistungsfähigen und schönen Helm für die Magnetresonanztomographie (MRT) entwickelt. Holger Schindler hat mit Korvink gesprochen.

BZ: Muss man mit diesem Helm künftig nicht mehr in die Röhre, wenn ein MRT ansteht?

Jan Korvink: Das ist leider nicht der Fall. Der Helm, den wir entwickelt haben, wird in der Röhre getragen. Noch können wir das nicht umgehen. Ich habe bei der Entwicklung unseres Helms selbst zu Testzwecken einige MRT-Untersuchungen über mich ergehen lassen. Das ist wirklich anstrengend – man muss ja bis zu einer Stunde lang ruhig liegen. Wir haben in unseren Helm darum auch Audio- und Videounterhaltungssysteme eingebaut. Patienten können so während der Untersuchung Filme anschauen, Musik hören oder jederzeit Kontakt zum medizinischen Personal herstellen. Das hilft beim Entspannen und kann auch zur Forschung genutzt werden. Man kann erkunden, bei welchen Bildern welche Hirnareale aktiv sind.

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BZ: Wenn der Helm aber sowieso in der Röhre steckt – wieso haben Sie dann so sehr auf das Design geachtet?

Korvink: Der Helm sollte vor allem bequem sein. Unser Partner, das Stuttgarter Büro IPDD, hat aber natürlich auch auf die Ästhetik geachtet. Und auch für mich war das kein Randthema, denn Design ist – gerade in der Medizintechnik – sehr wichtig. MRT-Untersuchungen bedeuten Stress. Wenn die Geräte schön sind, nimmt das psychologisch Druck weg. Unser Helm ist daher auch nicht weiß, sondern kombiniert die Farben Silber, Grau und Gelb. Mehr ansprechende Gestaltung a là iPod in Kliniken würde das Dasein der Patienten dort viel leichter machen.

BZ: Wann wird der Helm denn einsatzbereit sein?

Korvink: Wir bauen derzeit einen ersten funktionsfähigen Prototyp zusammen. Ob der Helm in Serie geht, ist allerdings noch ungewiss. Wir haben bei der Entwicklung darauf geachtet, dass er mit den bereits bekannten Herstellungsverfahren gebaut werden kann. Es hängt nun also von der Industrie ab, ob und wann unser MRT-Helm eine Chance auf dem Markt erhält. Wir denken, man könnte ihn künftig noch leistungsfähiger machen.

Der neue MRT-Helm

Der Helm, den die Forscher der Uni Freiburg entwickelt haben, soll bei der Magnetresonanztomographie (MRT) eine mindestens zehnfach genauere Darstellung des menschlichen Gehirns ermöglichen als bislang. Dazu ist der Helm mit mit mehr als 500 Sensorknoten ausgestattet. Um dies unter den erschwerten Bedingungen eines sehr starken Magnetfelds zu bewerkstelligen, haben die Forscher eigens spezielle fünf- und sechseckige Magnetspulen entwickelt. Die Arbeit an dem Helm hat fünf Jahre gedauert. Finanziert wurde sie mit Forschungsfördergeld vom Bund – nach Freiburg flossen insgesamt mehr als 13 Millionen Euro. Die Uni hat im Zusammenhang mit der Helmentwicklung vier Patentanträge eingereicht.  

Autor: hos

Autor: hos


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