Deutlich mehr Sattelzüge

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Sa, 29. Dezember 2018

Freiburg

Forum Dreisamufer legt bei B-31-Verkehrsberechnungen nach.

FREIBURG (rö). Das Forum Dreisamufer wehrt sich im Streit mit dem Regierungspräsidium (RP) gegen den Vorwurf, falsche Zahlen vorgelegt zu haben. Es geht um die Zunahme des Schwerlastverkehrs seit 2009 an der B-31-Stadtdurchfahrt. Dabei hatten sowohl die Landesbehörde als auch die Interessensvertretung der B-31-Anwohner einen Zuwachs präsentiert – aber in unterschiedlicher Höhe. Des Rätsels Lösung: Alle Zahlen stimmen, sie beziehen sich aber auf unterschiedliche Lkw-Kategorien.

Klaus Höllwarth vom Forum Dreisamufer hat aufwändige Berechnungen angestellt und die entsprechenden Excel-Tabellen auch offengelegt. Basis sind die offiziellen Zahlen der Zählstelle am Kappler Tunnel. Höllwarth hat dabei auch, anders als ihm vorgeworfen wurde, nicht einzelne Monate miteinander verglichen, sondern Jahresdurchschnittswerte – und zwar von den Monaten Januar bis September der Jahre 2009 und 2018. Die Zählstelle führt verschiedene Fahrzeugkategorien auf – er hat die Kategorie Sattelzüge als Grundlage genommen. Und die Zahl der Sattelzüge lag in den ersten neun Monaten 2018 um 62 Prozent höher als 2009. Damals fuhren pro Tag im Schnitt rund 1079 Sattelzüge durch Freiburg, in diesem Jahr waren es rund 1757. Das Regierungspräsidium nennt im Luftreinhalteplan in der Tat andere Zahlen. Die basieren jedoch auf der Tabelle für den schweren Güterverkehr. Diese Kategorie erfasst alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, nicht nur Sattelzüge.

Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten beschlossen, dass die Stadt ein Durchfahrtverbot für schwere Lkw über 12 Tonnen des Durchgangsverkehrs beantragen soll. Der Freiburger Vorstoß hatte zu heftiger Kritik der Bürgermeister von Glottertal und Titisee-Neustadt geführt, die für ihre Gemeinden eine Zunahme des Lkw-Ausweichverkehrs befürchten.