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04. Februar 2012
Die „Automobil 2012“ zeigt die neuesten Fahrzeuge
"Automobil" zeigt Neuwagen und die Messe "Tuning and Sound".
Sprühender Optimismus ist angezeigt, wenn die Verkaufsspezialisten der Hersteller ans Mikro treten. Umso mehr, wenn der Anlass eine Neuwagenmesse wie die "Automobil 2012" ist, die gestern eröffnet wurde und bis Sonntagabend dauert. Messechef Klaus Seilnacht hatte eine hochkarätige Runde versammelt, die ihre Saisonziele erklärte. Die angehängte Messe "Tuning and Sound" betrachtet er auch angesichts des verheerenden Unfalls vor zwölf Tagen auf der B 3 als wenig problematisch.
Ein wenig Freiburg steckt in jedem Weltkonzern. So kann es nicht verwundern, dass der Präsident von Toyota Deutschland, Toshiaki Yasuda, mit einem "herzlich willkommen zurück" begrüßt wurde. Der jetzige Deutschlandchef des größten Autoherstellers der Welt war einst als Student in Freiburg, was ihn nicht nur des Deutschen ermächtigte, sondern auch nostalgische Gefühle wachrief. Yasuda freute sich außerordentlich, an alte Wirkungsstätten zurückgekehrt zu sein. Viel Zeit zum Sightseeing blieb ihm freilich nicht, er musste direkt nach seinem Statement die Heimreise nach Köln antreten.Ob sie eine Fahrgemeinschaft bildeten, blieb unklar, doch es wäre eine Möglichkeit zu Kostendämpfung gewesen, Yasudo mit den ebenfalls aus Köln angereisten Repräsentanten von Ford in ein Auto zu stecken. Der Autobauer mit der blauen Pflaume im Kühlergrill hatte immerhin Wolfgang Booms, den Geschäftsführer Marketing und Verkauf sowie Verkaufsdirektor Wolfgang Kopplin nach Freiburg entsandt. Andreas Kling, Distriktleiter bei Opel in Rüsselheim hatte den kürzesten, Friedrich Wiesmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Sportwagenmanufaktur aus Dülmen in Nordrhein-Westfalen den weitesten Anreiseweg.
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Sie alle sprachen von einem guten Autojahr 2011, dem ein noch besseres 2012 folgen solle. Hansjörg Märtin (BMW) und Volker Speck (Mercedes-Niederlassungsleiter) vertraten für ihre beiden Premiummarken ebenfalls diese Ansicht. Grund zum Optimismus bestehe, weil die Binnennachfrage ungebrochen sei, weil der jeweilige Hersteller das richtige Zukunftskonzept habe, und weil vom Auto nach wie vor viel Faszination ausgehe. Für die "Automobil" in Freiburg haben sich die 115 Händler in jedem Fall die neuesten Erzeugnisse ihrer Produzenten in die Hallen stellen lassen. Es ist nun an den potenziellen Kunden, die Werbebotschaften auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.
Weniger auf die Wahrheit als auf die Schau kommt es bei "Tuning and Sound" an. Wer in die Rothausarena will, muss in der Freiburger Messe allerdings durch die Ausstellung von alternativen Antrieben im Zentralfoyer. In Halle 4 ist alles anders, denn es geht um Individualität. Das Spektrum ist groß, Reifen gibt’s mit viel Gummi (Breite) oder wenig (Höhe), und auch Felge muss nicht gleich Felge sein. Nikolaus Kessler gestaltet sie in Wunsch-Farbe oder im Edelholzlook. Andere Aussteller bieten Leder, Leuchten, Leisten, modifizierte Motorräder oder Bekleidung für den modernen Fahrer. Die "Oldschool-Crew" zeigt einen Manta und mit "Fashion Paint", was bei Auto und Lack möglich ist. Die Sound-Garage bietet was fürs Ohr, Christian Vogt was fürs Auge: Der Ingenieur hat einen Triumph Baujahr 1954 und einen VW-Bus dabei. Er betreibt klassisches Tuning von Old- und Youngtimern für "mehr Spritzigkeit und weniger Spritverbrauch". Tuning steht in der Diskussion seit auf der B 3 ein hochmotorisierter Wagen ins Auto einer 27-Jährigen gekracht ist und sie tötet e. "Wir sind weit entfernt von 700 PS", sagt Vogt. Fahrer solcher Autos bräuchten Reife und mehrere Fahr-Sicherheitstrainings. Vogt schüttelt den Kopf: "Andere gefährden ist unverantwortlich."
Der Unfall ist auch für einen anderen Tuner Thema, der Abgasanlagen fertigt, aber die Leistung edler Autos auch anderweitig steigert. "Das ist fatal, eine Unschuldige ist ums Leben gekommen", sagt der Mann, der namentlich nicht genannt werden will. Gleichwohl glaubt er: "Das Problem ist nicht das schnelle Auto, sondern der, der drin sitzt." Der müsse vernünftig damit umgehen. Am Stand steht ein Mercedes SLS mit knapp 600 PS – "serienmäßig". Er steigert das um zehn Prozent, sagt der Tuner: "Ob das den Unterschied macht?"
Autor: Frank Thomas Uhrig und Simone Höhl


