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01. November 2009 16:57 Uhr

Solschwellen

Die Dreisam wird tiefer gelegt

Bagger in der Dreisam: Zwischen Neuershausen im Westen und der Güterbahnbrücke im Stadtgebiet wird seit Anfang August der Flusslauf umgestaltet. Das soll vor allem den Fischen zugute kommen.

  1. Damit die Fische besser wandern können, wird in der Dreisam gebaggert. Foto: Thomas Kunz

Wer an der Dreisam in Richtung Westen unterwegs ist, dem bleibt es nicht verborgen: Im Auftrag des Regierungspräsidiums werden dort die Solschwellen – das sind Aufschüttungen aus Kies im Fluss, die quer zur Fließrichtung liegen – in der Dreisam tiefer gelegt. Das soll den Fischen bei ihrer Wanderung helfen.

"Die Solschwellen der Dreisam sind zu hoch und stellen Wanderungshindernisse für Fische und Kleintiere dar", erklärt Erich Linsin vom Referat Planung und Bau an Oberflächengewässern in der Abteilung Umwelt des Regierungspräsidiums. Aus diesem Grund haben seit August vier Firmen die Steine der Schwellen tiefer gelegt, damit das Wasser in Zukunft ungehinderter fließen kann.

Wie hoch sind die Kosten?

Dem Regierungspräsidium steht als Bauherr für den insgesamt acht Kilometer langen Abschnitt ein Budget in Höhe von 200.000 Euro zur Verfügung. Das Land Baden-Württemberg übernimmt im Rahmen des Konjunkturpakets 58 Prozent der Kosten, das restliche Geld stammt aus einem Topf der Europäischen Union.

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Die Bauarbeiten dienen jedoch noch einem anderen Zweck: der Strukturverbesserung. "Durch die Eingriffe wollen wir auch eine gewisse Strömungsvielfalt erreichen", so Erich Linsin. Langsame und schnelle Strömungen seien erwünscht, da es sich bei der Dreisam ja eigentlich um einen Gebirgsfluss handelt. Aus diesem Grund wurden auch so genannte Buhnen in der Dreisam platziert, um den Fluss zu regulieren. Darüber hinaus bieten sie Fischen Laichmöglichkeiten.

Die oberste Priorität

Die Bauarbeiten, bei denen auch eine Vielzahl neuer Steine verbaut werden, sollen jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die oberste Priorität immer noch beim Hochwasserschutz liegt. Allerdings müsse dieser auch im Sinne der Natur gestaltet werden. Deshalb habe man in den vergangenen Jahren damit begonnen, die Gewässer wieder dem Naturzustand anzugleichen, so Linsin.

Da im November die Fischschonzeiten beginnen, werden die Korrekturen der Querverbauungen demnächst beendet; die Arbeiten sollen Anfang November fertig sein. Vermutlich ab Mai nächsten Jahres aber wird laut Regierungspräsidium weitergearbeitet: östlich der Güterbahnbrücke in die Stadt hinein.

Autor: Oliver Rebstock