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18. September 2012

Die Elektroauto-Rallye „Wave 2012“ machte Halt in Freiburg

18 Teams aus sechs Ländern mit dabei

  1. Foto: Ingo Schneider

Für Fans von Elektroautos hat es gestern vor dem Konzerthaus ordentlich was zum Gucken gegeben, denn die World Advanced Vehicle Expedition, kurz Wave 2012, machte hier auf ihrem Weg nach Amsterdam einen kurzen Zwischenstopp. 18 Teams aus sechs Ländern hat der Solarpionier Louis Palmer für diese Tour zusammen getrommelt. Die Strecke führt auf 2674 Kilometern von Genua über Bern und Freiburg nach Holland. Die Bandbreite der beteiligten Autos ist beeindruckend. Vom Twike über Kleinwagen und VW-Bus bis hin zum sportlichen Flitzer sind unterschiedlichste Gefährte mit von der Partie.

Vom Balkon des Konzerthauses hängen dicke schwarze Kabel, die auf dem Vorplatz in einem Kabelsalat und zuletzt in den Steckdosen der Autos enden, denn diese brauchen ja alle Strom. "Für die Veranstaltung haben wir das Konzerthaus vorübergehend in eine Stromtankstelle umfunktioniert", sagt der örtliche Organisator Wolfgang Schwehr von der Freiburger Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM). Um die 18 Autos gleichzeitig laden zu können, musste der Haustechniker zwei 64-Ampère-Anschlüsse vor die Tür legen.

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Tour-Direktor Louis Palmer ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. "Wir sind mit 18 Autos losgefahren, und alle sind noch dabei", sagt er. Größere Pannen gab es bisher keine. "Wieso auch", sagt er, "diese Technik ist perfekt". Der Elektromobilist machte bereits 2007 und 2008 weltweit von sich reden. Damals hatte er als Erster die Welt mit einem Solarauto umrundet. "Uns geht es ganz klar darum, Aufmerksamkeit zu erregen und zu zeigen, was mit einem Elektroauto möglich ist, vor allem was die Reichweite angeht", sagt er. Denn darin liegt noch immer das Handicap dieser Fahrzeuge. Die teilnehmenden Autos müssen mit einer Füllung aus der Steckdose mindestens 120 Kilometer weit kommen. Tatsächlich schaffen es einige Autos viel weiter. Der Tesla Roadster vom Team Austria’s Greensportcar schafft bei gemäßigtem Tempo bis zu 400 Kilometer. "Dafür wurden 6000 Laptop-Akkus in Reihe geschaltet", erläutert Tour-Organisator Luc Perraudin.

Einen besonderen Auftritt hat das Team von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Dessen Teilnehmer fahren in einem luxuriösen Lotus-Sportwagen vor, den Studenten im Rahmen des Hochschulprojektes "Suncar" zu einem Elektroauto umgebaut haben. "Mit einem Lotus fällt man natürlich auf", sagt Teammitglied Roger Staubli. Das ist gewollt, denn auch die Züricher Techniker wollen für die Elektromobilität werben. Der Wagen hat allerdings noch einen anderen Vorteil: "Man kann die Karosserie relativ einfach abnehmen, was den Umbau sehr erleichtert", sagt Staubli. Bis auf Fahrer- und Beifahrersitz ist der Innenraum des Wagens gefüllt mit zwei riesigen Batterien. Diese allein wiegen knapp 300 Kilogramm. Dennoch weist das Gefährt beeindruckende Kennzahlen auf. "Ich habe eigentlich keine innigen Beziehungen zu Autos", meint Oberbürgermeister Dieter Salomon, "aber dass dieser Lotus in 3,9 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer beschleunigen kann, hat mich doch beeindruckt". Der Motor hat auch satte 170 PS und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Stundenkilometer.

Jaromir Vegr vom Tschechischen Club für Elektromobilität ist mit einem weitaus bescheideneren Vehikel unterwegs. "Mein Elektro-Peugeot ist jetzt 15 Jahre alt", erzählt er. Schon damals hatte der Autokonzern immerhin 10 000 Elektrofahrzeuge in Serie hergestellt. Vegr hat zum Laden zuhause Photovoltaikmodule auf dem Dach. Dies ist im Übrigen eine Voraussetzung für die Teilnahme an der Rallye, denn grundsätzlich sollen die Autos nur mit klimafreundlich erzeugtem Strom betrieben werden. Beim Wettbewerb um die höchste Effizienz, der in Freiburg ausgerichtet wurde, gewann ein Team aus Dresden. Vegr belegte Platz zwei, Rang drei teilten sich der Tesla Roadster und der Lotus.

Autor: Petra Völzing