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06. April 2009

Die Grüne Alternative, zweiter Versuch

Nach zwei Rücktritten gab es ein neues Nominierungstreffen

Nun kam alles noch mal anders: Die Grüne Alternative Freiburg (GAF) hat am Freitagabend ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl am 7. Juni aufgestellt – zum zweiten Mal. Weil nach der ersten Aufstellung vor zwei Wochen zwei Kandidaten, darunter Konstantin Görlich auf dem aussichtsreichen zweiten Platz, "aus persönlichen Gründen" zurückgetreten sind, musste neu gewählt werden. Jetzt tritt die GAF mit einer vollständigen Liste an: Nicht nur die 48 Listenplätze wurden vergeben, es stehen sogar zwölf Nachrücker bereit. Beim ersten Anlauf waren nur 30 Plätze belegt worden (die BZ berichtete).

Aufbruchsstimmung in der "Goldenen Krone": Den Eindruck, die GAF könnte zu wenig Unterstützer haben, wollten einige, die deshalb extra neu dazu gekommen waren, nicht stehen lassen. An Kandidaten mangelte es diesmal nicht, und obwohl überwiegend – mehrheitlich jüngere – Männer da waren, sind auf den 15 ersten Plätzen immerhin sieben Frauen. Auf der Liste kam einiges in Bewegung. Am spannendsten war die Kampfkandidatur um den zwischenzeitlich wieder vakanten zweiten Platz. Vier Männer interessierten sich für dafür, nachdem der Student Konstantin Görlich zurückgetreten war. Die vier repräsentieren das durchaus gemischte Spektrum der Liste. Sieger wurde der aus London stammende, seit 1991 arbeitslose Refa-Techniker und Straßenmusiker Edmund Punch (54), der sich für Arbeitslose und günstige Wohnungen einsetzen will und ironisch verkündete: "Ich bin den Bonzen ein Dorn im Auge, ich will in den Gemeinderat!" Punsch setzte sich gegen Axel Rutz (weiterhin Platz 4), 39-jähriger Unternehmens- und Projektberater, der sich unter anderem in der "Selbstverwalteten unabhängigen Siedlungsinitaitive" (Susi) im Stadtteil Vauban und im Jugend- und Kulturzentrum "Z" engagierte, ebenso durch wie gegen Jörg Dengler, 47-jähriger Physiker bei der Fraunhofer-Gesellschaft, der dann aber immerhin von Listenplatz 12 auf Punsch’s vorherigen Platz 5 vorrückte. Dengler, (noch) Grünen-Mitglied und seit zwei Wochen bei der GAF, möchte vor allem bürgerliche Wähler ansprechen, die "grün, aber nicht Salomon wählen möchten". Spontan hatte sich auch noch Björn Henke, 27-jähriger Philosoph und Anthropologe, der früher unter anderem im Vorstand des autonomen Kulturzentrums KTS tätig war, um Platz 2 beworben. Er trat nach seiner Niederlage gar nicht mehr als Kandidat an. Konstantin Görlich hat mit der GAF übrigens keineswegs gänzlich gebrochen: In der neuen Version der Kandidatenliste rangiert er auf Platz 15.

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Autor: Anja Bochtler