Dorfbach

In Haslach müssen fünf Bäume zum Hochwasserschutz weichen

Christian Engel

Von Christian Engel

Di, 13. Februar 2018

Freiburg

Erneute Veränderungen am Dorfbach im Stadtteil Haslach: Aus Gründen des Hochwasserschutzes müssen dort zunächst fünf Bäume gefällt werden, damit Maschinen am Uferrand buddeln können. In Waldsee wird derweil neu gepflanzt.

FREIBURG-HASLACH/WALDSEE. Erneute Veränderungen am Dorfbach im Stadtteil Haslach: Aus Gründen des Hochwasserschutzes müssen dort zunächst fünf Bäume gefällt werden, damit Maschinen am Uferrand buddeln können. In Waldsee wird derweil neu gepflanzt.

Knapp zwei Jahre ist es her, da ließ die Stadt 26 Bäume im Stadtteil Haslach fällen. Der Dorfbach zwischen Staudinger Schule und Staufener Straße sollte renaturiert, eine hochwassersichere Brücke gebaut werden. Da waren die Bäume im Weg. Der Aufschrei in der Bevölkerung war damals groß, weil viele Menschen Bäume lieben und die Stadt die Aktion zuvor nicht gründlich angekündigt hatte. Nun werden wieder Bäume am Dorfbach gefällt, diesmal aber unter anderen Voraussetzungen: Es sind insgesamt nur fünf – und die Stadt hat Bescheid gegeben.

Am Marienmattenweg will die Stadt einen Damm anlegen und den Dorfbach renaturieren lassen, um unter anderem das Staudinger-Gelände hochwassersicher zu machen. Sie hat das Planungsbüro Faktor Grün engagiert, das Fällung und Umbau koordinieren soll. Mit Maschinen müsse man an den Bach rankommen, um dort einen Retentionsraum zu erschaffen, erklärt Bauleiter Bastian Höffgen. Und als er merkt, dass nicht jeder weiß, was ein Retentionsraum ist, fügt er hinzu, dass es sich um eine Art Überflutungsraum handle. "Wir erschaffen einen flachen Randbereich am Dorfbach, in den überschüssiges Wasser hineinfließt."

Fünf Bäume und drei, vier Sträucher stehen nach Aussagen des Planungsbüros im Weg. Die Stämme von vier Weiden haben den Durchmesser einer Pizza Margherita, den Bergahorn jedoch bekommt man kaum komplett umarmt. Letzterer ist 18 Meter hoch. Alle fünf seien nicht die schönsten Bäume, sagt Höffgen von Faktor Grün. Die Weiden seien zudem bruchgefährdet und gefährlich für die Verkehrssicherheit. "Wir werden selbstverständlich nachpflanzen – im Herbst."

Bis Ende Februar müssen die Bäume spätestens liegen, ab März darf man zum Schutz von Brutvögeln nicht mehr fällen. Daher soll es laut Planungsbüro Ende dieser Woche losgehen, "wohl am Freitag". Die Firma Volk aus dem Schuttertal rückt dann mit Axt und Kettensäge an. Einen halben Tag werde man brauchen, sagt Forstwirtschaftsmeister Torsten Volk. Ab Mitte Juni sollen die Arbeiten für den Retentionsraum beginnen.

Dass die Stadt über die Fällungen per Pressemitteilung informiert, freut Markus Schupp. Der Vorsitzende des Lokalvereins Haslach erinnert sich noch gut an die unangekündigte Rodung vor zwei Jahren, als 26 Bäume kippten. "Das Telefon stand nicht mehr still, es kamen Dutzende Mails an", erzählt er. "Die Bürger waren erbost, weil sie nichts davon wussten." Als einziges Manko sieht er, dass die Mitteilung für seinen Geschmack ein wenig spät kam. Im Haslacher Bürgerblättchen steht nun nichts darüber, Markus Schupp packt die Info allerdings auf die Homepage des Lokalvereins.

Während in Haslach Bäume sterben, schenkt die Stadt in Waldsee neues Leben. 15 Blauglockenbäume sollen auf dem Mittelstreifen der Rad- und Fußwegverbindung zwischen Hirzbergstraße und Musikhochschule und Deutsch-Französischem-Gymnasium gepflanzt werden. In den letzten Jahren, teilt das Rathaus mit, mussten dort immer wieder Bäume wegen Bruchgefahr gefällt werden. Weitere sollen am Donnerstag fallen, anschließend kommen neue Blauglockenbäumchen in die Erde. Der Fuß- und Radweg wird in dieser Zeit teilweise gesperrt sein.