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25. Februar 2015 19:19 Uhr

Gesundheit

Die Krebsberatung der Uniklinik Freiburg braucht dringend Geld

Die kostenlose psychosoziale Krebsberatung der Uniklinik Freiburg steckt finanziell in der Klemme. Der Grund: Ein wichtiger Geldgeber hat dem Tumorzentrum vorzeitig den Zuschuss gekürzt.

  1. Die psychosoziale Krebsberatung der Uniklinik Freiburg hat finanzielle Probleme. Foto: dpa

Die kostenlose psychosoziale Krebsberatung im Tumorzentrum des Uniklinikums steckt finanziell in der Klemme. Der Grund: Ein wichtiger Finanzier, die Deutsche Krebshilfe, hat vorzeitig seinen Zuschuss um zehn Prozent gekürzt und das Freiburger Tumorzentrum damit in die Bredouille gebracht.

Bereits seit längerem ist bekannt, dass die Krebshilfe Ende 2016 ganz aus der Förderung aussteigt.

In jedem Fall fehlen dem Tumorzentrum aktuell 62 000 Euro, momentan werden sie über Spenden abgedeckt. "Das ist aber keine Dauerlösung", sagt der Geschäftsführer des Tumorzentrums, Rainer Bredenkamp. Da man erst im Herbst vom vorzeitigen Teilausstieg der Deutschen Krebshilfe erfahren habe, sei es zu spät gewesen, um noch für 2015 Anträge zu stellen. Dennoch hofft man im Tumorzentrum, noch im städtischen Doppelhaushalt 2015/2016 berücksichtigt zu werden. Und auch die angrenzenden Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald, deren Bewohner die Krebsberatung ebenfalls nutzen, sollen das 2009 ins Leben gerufene Angebot anteilig mitfinanzieren. "Wir sehen das Land und die Kommunen in der Verantwortung", sagt Bredenkamp.

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Die Stadt hält Förderung in 2015 nicht möglich

Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach lobt derweil die Krebsberatung. "Sie leistet eine super Arbeit. Viele haben mir berichtet, wie essenziell sie für sie war." Dennoch sei eine Finanzierung nur im Schulterschluss mit den Nachbarlandkreisen möglich. "Wir müssen es schaffen, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen." Er sehe die Problematik, halte eine Förderung noch für dieses Jahr allerdings nicht für realistisch. Vorstellen könne er sich einen Haushaltsantrag mit Sperrvermerk; das Geld könne freigegeben werden, wenn es ein Gesamtkonzept gebe. Ein Hoffnungsschimmer kommt aus dem Sozialministerium, das 2015 und 2016 jeweils 600 000 Euro für bestehende und neue Beratungsstellen im Land zur Verfügung stellt, so ein Ministeriumssprecher. Es ist aber noch unklar, ob Freiburg etwas aus diesem Topf bekommt.

Seit 2010 suchen die Krebsberatung jährlich zwischen 530 und 730 Krebspatienten und deren Angehörige auf, viele von ihnen kommen mehrfach. In der Freiburger Beratung arbeiten vier Psychologen, zwei Sozialarbeiter und eine Verwaltungskraft (5,65 Vollzeitstellen). Der Jahresetat liegt bei 388 000 Euro, bis 2014 steuerte die Deutsche Krebshilfe 150 000 Euro bei. Den Rest finanziert das Tumorzentrum der Uniklinik.

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Autor: Frank Zimmermann