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15. Dezember 2011

"Die liberale Idee geht damit nicht zugrunde"

DREI FRAGEN AN: Sascha Fiek zur Lage der FDP.

  1. Sascha Fiek Foto: Schneider

Als "ernst, aber nicht hoffnungslos" bezeichnet Sascha Fiek die Lage der FDP nach dem Rücktritt ihres Generalsekretärs Christian Lindner. Für die Partei komme es jetzt darauf an, sich ihre verloren gegangene Glaubwürdigkeit wieder zu erarbeiten, sagte der Freiburger FDP-Vorsitzende im Gespräch mit BZ-Redakteur Gerhard M. Kirk.

BZ: Wie beurteilen Sie die Lage der FDP?
Fiek: Wir stehen in einer schwierigen Phase. Das Spitzenpersonal hat es nicht vermocht, die Politik der FDP stringent und glaubwürdig zu vermitteln. Jetzt müssen wir uns unsere Glaubwürdigkeit, um die es neben Sympathie und Authentizität vor allem geht, Stück für Stück wieder erarbeiten. Christian Lindner fehlte wohl die politische Erfahrung, aber die kann er sich noch erarbeiten. Ich sehe jedenfalls nicht das endgültige Aus für ihn.
BZ: Was bedeutet das Trauerspiel der FDP auf Bundesebene für die Freiburger FDP?
Fiek: Die Stimmung in unserem Kreisverband ist sehr gut und lässt sich durch die Vorgänge in Berlin nicht eintrüben. Unsere Kerntruppe funktioniert gut, so dass wir, die wir nach vorne denken, das alles überstehen werden.

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BZ: Bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren noch 14,6 Prozent, jetzt in Umfragen bei unter fünf Prozent – wie geht es nun mit der FDP weiter?
Fiek: Mit dem neuen Führungsteam hat sich unsere Politik nicht verbessert. Was da an Porzellan zerschlagen wurde, das wird ein paar Jahre dauern, bis es weggeräumt ist. Jetzt sind wir mitten in einem reinigenden Gewitter. Wenn man eine schlechte Phase hat, muss man sich auch mal zoffen. Und ich würde weitere Personalwechsel nicht ausschließen. Bis zum Dreikönigstreffen sollten jedenfalls mit einer neuen Mannschaft die Weichen auf dem Weg zu mehr Glaubwürdigkeit gestellt sein. Trotz der gegenwärtigen Lage geht die liberale Idee damit nicht zugrunde, da die FDP die einzige Partei ist, die den liberalen Gedanken vertritt.

Autor: gmk