Sanierungsfahrplan

Die Sanierung von sechs Freiburger Sporthallen wird 25 Millionen Euro kosten

Daniela Frahm

Von Daniela Frahm

Fr, 17. Februar 2017

Freiburg

Der Sportausschuss stellt dringendsten Sanierungsbedarf für die Dreisamhalle in Ebnet fest - und auch für die anderen Sporthallen wurde nun ein Sanierungsfahrplan erstellt.

Wie bei den Schulen gibt es auch bei den Sport- und Mehrzweckhallen der Stadt einen Sanierungsstau. Um diesen nach und nach abzubauen, hat das Gebäudemanagement Freiburg (GMF) eine Analyse des Bestands und Vorschläge für eine Reihenfolge vorgelegt, die in dieser Woche im Sportausschuss des Gemeinderates vorberaten wurden.

Demnach besteht für die Dreisamhalle in Ebnet der dringendste Sanierungsbedarf. Für sie gibt es auch schon einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates aus dem vergangenen Sommer, in dem Planungsmittel von 400 000 Euro bewilligt wurden. GMF-Mitarbeiter Albrecht Müller geht davon aus, dass der Baubeschluss für die Dreisamhalle 2018 steht, so dass sie 2019/20 saniert werden kann. Die Halle in Ebnet gehört nach der Auflistung des städtischen Amtes in die Kategorie A, das sind Hallen aus den 50er und 60er Jahren, die generalsaniert beziehungsweise erneuert werden müssen. Dazu zählen noch fünf weiteren Hallen: die Sporthalle des Berthold-Gymnasiums, die Bundschuhhalle in Lehen, die Mooswaldhalle in Hochdorf, die Gymnastikhalle der Mooswaldschule und die Steinried- und Radsporthalle in Waltershofen.

Auf insgesamt rund 25 Millionen Euro schätzt das GMF die Kosten für diese Hallen und schlägt vor, in jedem Doppelhaushalt eine Halle zu sanieren. Mehrere Mitglieder des Sportausschusses konnten nicht nachvollziehen, wie das Amt auf diese Summe kommt. Stadtrat Martin Kotterer (CDU) fragte zudem, ob es möglich sei, bei den Sanierungen neue, niedrigere Standards umzusetzen, um mehr Hallen schneller berücksichtigen zu können. "Wir gucken immer nach Einsparpotenzial", erwiderte die zukünftige GMF-Leiterin Andrea Katzer-Hug, "aber wir sind an viele Regelwerke gebunden, zum Beispiel beim Brandschutz, so dass es nicht viel Spielraum gibt."

Für die Kategorien B und C gibt’s keine Kostenschätzung

Für die 41 Hallen der Kategorie B (Bedarf an einzelnen Sanierungsmaßnahmen) und die elf Hallen der Kategorie C (ohne Sanierungsbedarf) wurde keine Kostenschätzung vorgelegt. Für die Kategorie B schlägt das Amt ein Hallensanierungsprogramm für die kommenden 20 Jahre vor, für Kategorie C würden die Bauunterhaltungsmittel ausreichen. "Vielleicht müssen wir die Kategorisierung aufbrechen, sonst sind irgendwann B-Hallen in die A-Kategorie aufgestiegen", befürchtete Patrick Evers (FDP). Und Stefan Schillinger (SPD) forderte, dass Hallen, die durchgängig genutzt werden, in der Liste weiter vorne stehen müssen.

Auf Landesebene werde derzeit ein Förderprogramm für Schulsporthallen diskutiert, berichtete Sport- und Finanzbürgermeister Otto Neideck. "Ich bin optimistisch, dass wir dazu noch im ersten Halbjahr mehr wissen." Wie für viele Projekte in der Stadt gelte aber zunächst auch für die Sporthallen, dass nicht genügend Geld zur Verfügung steht. "Aber dieses Problem behandeln wir im Hauptausschuss und im Gemeinderat", sagte Neideck, "und wer bis dahin Geld übrig hat, kann sich gerne vorher melden."