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19. November 2010 11:51 Uhr

Grüne DJane

DJane Claudia Roth lässt Freiburg beben

Claudia Roth hat die Jackson Pollock Bar gerockt und die Grüne Jugend zum Tanzen gebracht. Die Bundesvorsitzende legte als DJane ihre Hits auf – und war am Ende so euphorisiert wie ihr Publikum in der Bar unterm Theater.

Richtig voll war’s am Donnerstagabend in der Jackson Pollock Bar, wo eine prominente DJane an den Turntables stand, wie die Plattenteller heute heißen. Jede Menge 18- bis 20-Jährige füllten die Tanzfläche. Gekommen waren aber auch ältere Grüne, von denen sich manche sogar dunkel an den ersten Bundesparteitag der Grünen in Freiburg in den fernen 80er-Jahren erinnern konnten. Alle zusammen waren gespannt, was für Songs denn Claudia Roth auf ihrer handgeschriebenen Playlist stehen hat. Schon vorher hatten auf dem Weg in die Bar zwei Junggrüne räsoniert, was für eine Musik denn die Bundesvorsitzende wohl spielt. Sie verfügten offenbar Insiderinfos: "Es sollen auch Songs aus diesem Jahrtausend dabei sein".

Mit Gloria Gaynors "I am what I am" (noch aus dem vergangenen Jahrtausend) ging’s los. Es folgte ein bunte Mischung an tanzbaren Partyhits, zu denen Claudia Roth hinterm DJ-Pult ebenso ausgelassen herumhüpfte wie die Jungen Grünen davor. Nicht alle Musikwünsche konnte und wollte sie erfüllen. Der erste Wunsch eines etwas älteren Besuchers wurde gleich abschlägig beschieden: "Nein, Heino spiele ich heute Abend nicht".

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Dafür lief eine wilde Mischung aus Amy Winehouse, Pink, Roxette, Peter Fox, den Pointer Sisters, Michael Jackson und dem türkischen Sänger Tarkan. Aber auch Gitte Haenning ("Ich will nen Cowboy als Mann") oder Cliff Richard ("Rote Lippen soll man küssen") – bekamen eine Laufzeitverlängerung. Platten, die man in irgendeinem Castorbehälter versiegelt wähnte. Aber die DJane wollte authentisch sein.

"Ich wollte wirklich nur das spielen, was mir gefällt – und hab mir nicht überlegt, was beim jungen Publikum ankommen könnte", meinte sie nach ihrer Drei-Stunden-Schicht. Die Frau kommt ja auch aus dem Musikgeschäft. Sie war, wie alle Welt weiß, einmal Managerin der Band "Ton Steine Scherben". Natürlich spielte sie auch Rio Reiser an dem Abend: "Bye, bye, Junimond" – mit vielen Grüßen an Stefan Mappus.

Die Stimmung war jedenfalls tipptopp. Auch die grüne Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae tanzte neben ihrer Bundesvorsitzenden und war erkennbar Fan: "Oh, jetzt kommt Robbieeeeeee", rief Andreae, bevor’s mit "Let me entertain you" weiterging. Vor dem DJ-Pult schossen junge Groupies Fotos mit ihren Handys.
Eine halbe Stunde vor Mitternacht machte Claudia Roth Schluss: "Ich muss jetzt noch meine Rede für den Parteitag schreiben", erklärte sie. Die Freiburger hatten sie jedenfalls gehörig in Schwitzen gebracht: "Ich bin als Schwäbin ja mit Vorurteilen angereist, aber die Badener sind wirklich hot".

Die Party ging weiter. "Wer politisch arbeitet, der muss auch feiern können", meinte der 25-jährige Sven-Christian Kindler aus Hannover. Er ist der jüngste Bundestagsabgeordnete der Grünen und hat schon ein paar DJ-Auftritte der Bundesvorsitzenden erlebt. Und er erzählt noch, dass hin und wieder auch Jürgen Trittin am Plattenteller stehe – unter seinem unbestreitbar coolen Künstlernamen: DJ Dosenpfand.

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Autor: Joachim Röderer, Dominic Rock, Alexandra Sillgitt


2 Kommentare

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giselher schladerer

Registriert seit: 23.12.2009

Kommentare: 781

19. November 2010 - 12:36 Uhr

" Mir kommt ein eigen Grauen an " Nicht bei der Jungfrau von Orleans(frei
nach Schiller) aber bei der gezeigten Dame !

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1786

19. November 2010 - 17:15 Uhr

Grün mit Rot(h) geht mal garnicht. Am besten mit einem Tritt(in) in den K(ü)nast befördern (dort auch gerne als "DJane"), damit mit "Salomon"ischer Politik für Wirtschaft und Nachhaltigkeit gleichermaßen im Haifischbecken der Politik ge"Fische(r)"t werden kann. Dann brächte einen nichteinmal mehr ein Özdemir auf die Palme(r).

Th. Heussmann

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