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11. April 2011 18:43 Uhr

Alkoholfahrt

Dompfarrer Stoffel verursacht Unfall mit 1,4 Promille

1,4 Promille: Der Freiburger Dompfarrer Claudius Stoffel ist mit seinem Auto verunglückt – und hatte dabei Alkohol im Blut. Gegenüber der BZ spricht Stoffel von einem "großen Fehler" und "grober Fahrlässigkeit".

  1. Dompfarrer Claudius Stoffel: Archivbild vom April 2010. Foto: Michael Bamberger

Stoffel hat in der Nacht zu vergangenem Donnerstag auf der Landstraße zwischen Bötzingen und Gottenheim einen Totalschaden an seinem Auto verursacht; die Polizei stellte beim Alkoholtest 1,4 Promille fest. Verletzt wurde niemand. "Das war ein großer Fehler und eine grobe Fahrlässigkeit, das ist mir voll bewusst", sagte ein sichtlich betroffener Stoffel am Montag. Er war in einer Linkskurve von der Fahrbahn abgekommen und in hohem Bogen auf einem Acker gelandet. Da das Auto auf der Fahrerseite liegenblieb, mussten ihm Einsatzkräfte der Feuerwehren Gottenheim und Bötzingen aus dem havarierten Fahrzeug helfen. Weil die Polizei Alkohol an ihm roch, veranlasste sie zuerst einen Atemalkoholtest und dann eine Blutprobe. Der Gesamtunfallschaden beläuft sich auf rund 20.000 Euro.

"Das ist nicht nur ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, sondern auch eine Beschädigung meines Amtes." Claudius Stoffel
Stoffel hatte nach eigenen Angaben am Abend zuvor mehrere Gläser Rotwein getrunken und wegen einer Erkältung Medikamente genommen. Kurz vor Mitternacht habe er einen seelsorgerischen Notruf erhalten; ein ihm bekannter traumatisierter Mensch habe ihn in großer Not um Beistand gebeten. "Da habe ich mich ohne zu überlegen ins Auto gesetzt", so Stoffel am Montag. Dass er das nicht hätte tun dürfen, ist ihm klar: "Das ist nicht nur ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, sondern auch eine Beschädigung meines Amtes."

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Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat inzwischen die vorläufige Entziehung seines Führerscheins beantragt, weil sich Stoffel bei seiner Fahrt im Bereich der absoluten Fahruntüchtigkeit bewegte. Stoffel, der derzeit in einem Krankenhaus wegen einer verschleppten Lungenentzündung behandelt wird, hat wegen des Unfalls einen Brief an die Dekanatsmitarbeiter verfasst. Auch mit Erzbischof Robert Zollitsch wollte er telefonieren. Beim Erzbistum Freiburg wollte man sich am Montag nicht zu dem Vorfall äußern: "Wir möchten erst mit Herrn Stoffel selbst sprechen", sagte Pressechef Robert Eberle. Stoffel selbst sagte: "Ich bitte nur zu verstehen: Auch Pfarrer können Fehler machen."

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Autor: Simone Lutz, Joachim Röderer