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08. März 2011

Landtagswahl

Dreikampf im Westen

Grüne, SPD und CDU konkurrieren bei Landtagswahl ums Direktmandat / Neuzuschnitt hat Einfluss.

In knapp drei Wochen ist Landtagswahl, und die grüne Kandidatin Edith Sitzmann will das Direktmandat ergattern. Ist das realistisch? Und mischt der Neuzuschnitt der beiden Freiburger Wahlkreise, in denen erstmals je vier Gemeinden mitwählen, die Karten komplett neu? Einfluss dürfte er haben, aber bei der Wahl 2006 hätte er am Ergebnis kaum was geändert.

Das Gedankenspiel liegt nah, zumal nach dem Umfrage-Höhenflug der Grünen: Wenn sie der Konkurrenz irgendwo das Direktmandat abjagen könnten, dann wohl am ehesten im grünen Freiburg. Im Wahlkreis 47 erzielte Edith Sitzmann bei der Landtagswahl vor fünf Jahren mit 24,2 Prozent das beste Grünen-Ergebnis im ganzen Land. Drei Wochen vor der Wahl 2006 hatte eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des SWR die Landesgrünen bei zehn Prozent gesehen (sie erzielten dann 11,7). Jetzt am Wochenende landeten sie in einer Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin Focus bei 21 Prozent. Damit wäre die Ausgangslage, was die Stimmung der Wähler betrifft, für Sitzmann theoretisch doppelt so gut. Auf der andern Seite kommen diesmal in Freiburg-West andere Wähler hinzu. Die Gemeinden March, Umkirch, Gottenheim und Schallstadt sind keine Hochburgen der Grünen, die dort 2006 auf 16,1 Prozent kamen. Wären sie schon letztes Mal dabei gewesen, hätte das den Schnitt um einen satten Prozentpunkt gesenkt (siehe Grafik).

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Überhaupt: Was wäre gewesen, wenn? Wie könnten die Gemeinden das Wahlkreisergebnis beeinflussen? Eine besonders spannende Frage im Westen, wo CDU-Mann Bernhard Schätzle Margot Queitsch (SPD) das Direktmandat abgenommen hatte – mit nur 1022 Stimmen mehr. Aber auch mit den vier Gemeinden hätte es Queitsch nicht gereicht: Schätzle hätte seinen Vorsprung sogar auf 1851 Stimmen ausgebaut. Queitsch kam übers Zweitmandat in den Landtag, das diesmal nicht mehr nach Stimmen-, sondern nach Prozentzahl vergeben wird.

Gabi Rolland will für die SPD im Westen am 27. März das Direktmandat zurückerobern. Mit den Umlandgemeinden könnten ihre Chancen steigen: Nimmt man die Wahl 2006 als Basis, schnitte die SDP zwar nur einen Hauch besser ab; aber 2001 lag sie in den Gemeinden noch nah an den CDU-Werten. Profitieren würde nach dem Rechenmodell auch Christoph Glück von der FDP.

Auch der Wahlkreis 46, Freiburg-Ost, ist durch den Neuzuschnitt um vier Gemeinden erweitert (Bonndorf, Wutach, Grafenhausen und Ühlingen-Birkendorf) – und die haben mehrheitlich schwarz gewählt. Auf Grundlage der Wahl 2006 würden sie die CDU im Osten mit Klaus Schüle um fast einen Prozentpunkt weiter stärken. Auch die FDP mit Nikolaus von Gayling würde dazugewinnen. Verlieren würde der Grüne Reinhold Pix, bliebe aber knapp vor Walter Krögner von der SPD. Die büßte im Osten, der als unsichereres SPD-Pflaster gilt, weniger ein.

Für die Linke, beziehungsweise ihren Vorläufer WASG, liegen keine Daten für die acht Gemeinden vor. Sie kam im Osten 3,2 Prozent, im Westen auf 6,9.

Autor: Simone Höhl