DRUCK-SACHE: Dietenbach-Sampler-si

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Di, 30. Oktober 2018

Freiburg

DIETENBACH I

SPD: günstige Wohnungen

Die Freiburger SPD sieht keine Alternative zum geplanten Stadtteil Dietenbach, falls die Stadt nicht zum Luxusobjekt verkommen soll. Nicht das Ob, sondern das Wie sei entscheidend. "Viele, die jetzt unterschrieben haben, teilen die Sorge, dass am Ende dort kein geförderter Wohnraum entsteht. Es liegt nun an allen Parteien im Gemeinderat Farbe zu bekennen und klar zu machen, was für Wohnungen dort entstehen sollen. Für uns ist klar, dass der 50-Prozent-Beschluss gelten muss", so der SPD-Vorsitzende Julien Bender. Fraktionsvorsitzende Renate Buchen weist darauf hin, dass sich der Gemeinderat mit überwältigender Mehrheit für Dietenbach entschieden habe. Buchen: "Der Bürgerentscheid muss gegebenenfalls schnell erfolgen, damit die Verzögerung so kurz wie möglich gehalten wird."

DIETENBACH II

CDU: große Bereicherung

Die Freiburger CDU will bis zum Bürgerentscheid "mit aller Kraft" für den neuen Stadtteil kämpfen. Dietenbach sei nicht nur dringend notwendig, sondern eine große Bereicherung für die Zukunft der gesamten Stadt, so Fraktionschefin Carolin Jenkner. Viele verschiedene Bausteine würden dabei helfen, die rasanten Preisanstiege auf dem Wohnungsmarkt zu bremsen.Nur mit der Ausweisung weiterer Wohngebiete lasse sich ein spürbarer Effekt auch auf die Preise erreichen. "Alles andere ist ein Irrglaube", so der baupolitische Sprecher Wendelin Graf von Kageneck. Auch die Breitenwirkung eines symbolischen vorübergehenden Mietpreisstopps bei der Stadtbau werde sich, realistisch betrachtet, sehr in Grenzen halten. Ohne Dietenbach würden die Preise noch schneller steigen, die Verdrängung und mit ihr die soziale Segregation weiter zunehmen. Denn der Wohnungsmarkt sei in allererster Linie ein privater Markt.

DIETENBACH III

FDP: noch ein Stadtteil

Die FDP hat nach eigenen Angaben großen Respekt vor der Initiative "Rettet Dietenbach". Genügend Unterschriften zu sammeln, um in Freiburg einen Bürgerentscheid über die Bebauung von Dietenbach zu erreichen, sei eine große Leistung. Die Argumente für den Erhalt von Freiflächen und Nutzflächen für Landwirte seien auf den ersten Blick nachvollziehbar. Die Forderungen nach mehr Nachverdichtung, mehr Aufstockungen und besserer Nutzung bereits ermittelter Flächenpotenzialen sind aus Sicht der FDP-Stadträte wichtige Aspekte, die allerdings als Ergänzung und nicht als Alternative zu Dietenbach zu sehen seien. Leider ändere die Perspektive der Dietenbachgegner nichts wirklich an der Problematik des zu teuren Wohnraums in Freiburg. Bis 2030 werde Freiburg voraussichtlich 20 000 neue Wohnungen brauchen. Es müsse vielmehr sogar ein weiterer Stadtteil, zusätzlich zu Dietenbach, ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Dietenbach allein werde vermutlich nicht dazu führen, dass die Mieten in Freiburg signifikant sinken. Aber er werde, zusammen mit den von den Gegnern ins Feld geführten Maßnahmen, dazu beitragen können, dass sie nicht weiter in astronomische Höhen getrieben werden. Die FDP spricht sich daher für den neuen Stadtteil Dietenbach aus sowie für Aufstockung, Nachverdichtung und bessere Nutzung vorhandener Flächen. Den Befürworten und den Gegnern des neuen Stadtteils Dietenbach wünscht sie einen fairen und sachlich geführten Wahlkampf.