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30. März 2009
ECHTE RENNER
Team 21
Die Schweiz hat zwei große Sportler mit Namen Federer: Roger spielt Tennis – und Simon Federer läuft Marathon. Der 23-Jährige hat das Down-Syndrom, vor einem Jahr ist er zum ersten Mal die halbe Strecke gelaufen. "Ich bin hart genug", sagt er und lacht. "Laufen macht einfach Spaß und ist überhaupt nicht anstrengend", sagt er und lacht. "Wirklich nicht!" In Freiburg geht er auch beim Halbmarathon an den Start, gemeinsam mit seiner Trainerin Anita Kinle und zwei weiteren Begleitern. Kinle hat selbst ein Kind mit Down-Syndrom, 2007 gründete sie das "Team 21" – eine Marathonstaffel, deren Name sowohl für die 21 Kilometer des Halbmarathons als auch für "Trisomie 21" steht, ein ander Name für das Down-Syndrom. Simon ist damals gleich beim ersten Training den anderen davongelaufen. Sein Ziel für den Freiburger Halbmarathon: Eine Zeit unter 2:15 Stunden. Und noch in diesem Jahr will Simon Federer auch über die vollen 42 Kilometer gehen: Am 20. September in Karlsruhe.
multitalent
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Olympiasieger Dieter Baumann ist nicht nur Stargast des Freiburg-Marathons, der 43-Jährige ist auch universell einsetzbar: Am Freitagabend präsentierte er sein Kleinkunstprogramm "Körner – Currywurst – Kenia", am Samstag las er aus seinem neusten Buch. Beim Schülerlauf gab er gute Tipps – "Denkt dran: Es ist nicht wichtig, nach 100 Metern vorne zu liegen, sondern die ganze Strecke zu schaffen!" – und drückte auf den roten Knopf der Start-Fanfare. Und beim Halbmarathon ging dann selbst ins Rennen – als "Genussläufer", wie er zuvor verkündet hatte. Auf die Frage, ob er nicht doch auf Sieg laufe, wollte er sich kurz vor dem Start aber schon nicht mehr so eindeutig äußern. 1:09:26 nach dem Signal überquerte er tatsächlich als Erster die Ziellinie – und lobte die Stimmung in Freiburg: "Vor allem in Herdern steigt die Party – das hat richtig Spaß gemacht."
Solidarischer Ordner
Beim sechsten Freiburg-Marathon ist er zum sechsten Mal Ordner: Hans Grabers vom ESV Freiburg. In diesem Jahr steht er gemeinsam mit einer Kollegin an der Auffahrt zum Zubringer zwischen Ochsen- und Eisenbahnbrücke – ein eher unwirtlicher Ort: Links rauschen die Autos vorbei, rechts die Läufer – Zuschauer und Bratwurststände gibt’s hier nicht: "Ich muss zugeben, dass ich schon attraktivere Standorte hatte – zum Beispiel in der Kajo", sagt der 60-Jährige. "Selbst die Musik ist weit." Aber auch an seinem Standort gebe es Aufgaben: Rettungswagen muss er im Fall der Fälle durchlassen – und dafür sorgen, dass die Läufer nicht über die Füße der Absperrgitter stolpern. "Aus Solidarität mit dem Verein" mache er immer wieder mit – und auch an weniger attraktiven Standorten gewinne er immer neue Eindrücke vom Großereignis: "Ich hab’ mich inzwischen schon durch ganz Freiburg durchgeordnert."
Coole Sieger
So sehen coole Sieger aus: "Eigentlich haben gar nicht trainiert", sagt Marina, 14. Und ihre 15-jährige Teamgefährtin Isabell ergänzt: "Ich war in den letzten zwei Wochen nicht mal joggen." Trotzdem haben die beiden gerade mit ihrer Mixed-Staffel des Hans-Thoma-Gymnasiums in Lörrach den "S’Cool Run" in der Kategorie Jahrgangsstufe neun gewonnen – in 1:38:40. Allerdings, das geben die beiden dann doch zu, sind fünf der acht Läufer im Leichtatlethik-Verein, das könnte eventuell geholfen haben. Weil die Staffel eigentlich nur aus sieben Personen besteht, sie aber zu acht waren, sind zwei aus ihrem Team einen Abschnitt gemeinsam gelaufen. Jetzt freuen sie sich auf die Nudeln – obwohl noch Energie übrig ist. "Wir hüpfen hier noch was rum", sagt Marina. "Nach so einem Lauf ist man ganz aufgedreht..."
Autor: thg
