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05. März 2009

Ein Eldorado für alle Zahlenfreaks

Freiburg ist Spitze mit dem Angebot an Online-Statistik

  1. Die Zahl der katholischen und evangelischen Christen in Freiburg nimmt weiter ab – das ist einer von vielen Trends, die sich aus der Online-Statistik der Stadt im Internet herauslesen lassen. Foto: Ingo Schneider

Wie viele Einwohner unter sechs Jahren leben im Stühlinger? Gibt es mehr Männer oder mehr Frauen in Freiburg? In welchem Stadtteil wohnen die meisten Katholiken? Welchen Anteil an städtischen Einnahmen haben die Steuern? Auf all diese Fragen finden sich Antworten – im Internet durch die Online-Statistik der Stadt, deren Angebot nun deutlich ausgeweitet und verbessert wurde. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist Freiburg bundesweit führend, was die jedermann mit Internet-Anschluss zugänglichen Zahlen anbelangt.

"Fritz" macht’s möglich – Freiburg Infos Tabellen Zahlen heißt das im Jahr 2002 gestartete Projekt zur Online-Statistik in ganzen Worten ausgeschrieben. Für den Ersten Bürgermeister Otto Neideck ist "Fritz" jedenfalls eine Erfolgsgeschichte. Denn 4000 Nutzer greifen jeden Monat auf die Zahlen und Daten per Mausklick zu: Institutionen, Makler, Einzelhändler, Stadtteilbüros, Studierende, Wissenschaftler, Medien – der Kreis der Interessenten ist groß. Nun ist die Menüführung verbessert, neue Auswertungen werden angeboten, der Nutzer kann sich mit ein bisschen Training maßgeschneiderte Lösungen zusammenstellen.

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"Fritz" ist ein wahres Eldorado für Zahlenfreaks. Im Netz stehen 2631 Auswertungen – bislang waren es nur 1000 – auf Abruf bereit. Aus den Datenbanken heraus werden die Grafiken und Tabellen aufgebaut, so Thomas Willmann, stellvertretender Leiter des Amtes für Bürgerservice und Informationsverarbeitung.

Er stellte gestern in einer Pressekonferenz vor, was alles neu ist beim städtischen Online-Zahlenspiegel: Es gibt mehr Vergleichsdaten; bei der Entwicklung der Bevölkerungszahlen in den Stadtteilen etwa reichen die Daten zurück bis ins Jahr 1993. Die Datenreihen werden stets aktualisiert und auch automatisch gepflegt und sparen so den elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Statistik-Amtes viel Arbeit. Es gibt auch neue Service-Funktionen: Anders als beim alten "Fritz" erfährt der Internet-Nutzer nun bei der neuen Version auch auf den ersten Blick, welche Zahlen und Daten aktuell ins Netz hochgeladen worden sind – er kann sich auch über alle Veränderungen per E-Mail informieren lassen.

So ist zum Beispiel am Montag neu die Statistik über die "Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit" mit den aktuellen Zahlen für das Jahr 2008 veröffentlicht worden. Da liest man, dass von den 201 115 Freiburgerinnen und Freiburgern 39,8 Prozent katholisch und 25,1 Prozent evangelisch sind – 35,1 gehören einer anderen oder gar keiner Religionsgemeinschaft an. Diese dritte Gruppe wächst – wie die Vergleichszahlen von 1993 zeigen: Damals gehörten nur 22,2 Prozent keiner oder einer anderen Religionsgemeinschaft an. 49,2 Prozent der Freiburger waren katholisch, 28,4 Prozent evangelisch.

Das ist nur ein Bereich – insgesamt 20 Sachgebiete finden sich in den Fritz-Datenbanken von "Bauen und Wohnen" bis "Wirtschaft".

Die Daten erlauben auch Vergleiche zwischen den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg. Hier kann man auch auf die Tabellen und Analysen des Statistischen Landesamtes in Stuttgart zurückgreifen. Da die Ergebnisse in gängigen Dateiformaten erscheinen, lassen sie sich über die Funktion "Kopieren und Einfügen" problemlos in anderen Programmen verwenden und weiter verarbeiten – was Thomas Willmann vor der Presse anschaulich vorexerzierte.

Was den Ersten Bürgermeister freut: Trotz des erweiterten Angebots spart die Stadt dank der enormen Vereinfachung bei der Datenpflege Geld. Für das neue Fritz wird eine neue Technik eingesetzt. Sie macht es möglich, die beiden bislang getrennten Systeme für das Internet und die verwaltungsinterne Nutzung ("Intranet") zusammen zu führen und damit auch den Pflegeaufwand zu beschränken. Verwaltungsmitarbeiter haben auf weitere 600 neue Auswertungen Zugriff – aber nur mit einem Passwort. Hier handelt es sich um Informationen, die dem Datenschutz unterliegen. Etwa, wenn Bevölkerungsdaten auf Straßen oder Wohnblöcke herunter gebrochen werden können.

Die Stadt Freiburg hat das neue Konzept für die Online-Statistik gemeinsam mit den Städten Potsdam, Karlsruhe, Berlin, Hannover und Nürnberg entwickelt. Die Freiburger sind aber die ersten, die damit schon ins Netz gegangen sind.
Weitere Infos: http://www.freiburg.de/statistik

Autor: Joachim Röderer