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04. Juni 2010

Ein Fest für "Aficionados"

LEUTE IN DER STADT: Der "Torcedor" Reynaldo Gonzáles Jimenez rollte bei Stefan Meier Zigarren.

  1. Reynaldo Gonzalez Jimenez aus Kuba fertigt Zigarren im Tabakladen Stefan Meier in der Rathausgasse. Foto: Thomas Kunz

"Ich verzichte auf den Himmel, wenn ich dort keine Zigarren rauchen darf", soll Mark Twain einst gesagt haben. Ob es stimmt oder nicht: Für viele Zigarrenraucher dürfte der Freiburger Tabakladen Stefan Meier diese Woche so etwas wie der Himmel gewesen sein. Dort rollte der Kubaner Reynaldo Gonzáles Jimenez den zumeist männlichen Besuchern gegen ein Trinkgeld einen ganzen Nachmittag lang original kubanische Zigarren. Der 47-Jährige ist nach Aussage Stefan Hubers, Junior-Chef des Tabakladens, "einer der besten Zigarrenroller weltweit".

Michael Brill raucht "ein paar Mal im Monat" Zigarre. Oft in Gemeinschaft mit anderen, oder beim Spazierengehen. Der Freiburger wohnte länger auf den Florida Keys, einer amerikanischen Inselgruppe. Dort lebte er fast in Sichtweite zu Kuba, doch kubanische Zigarren konnte er in den USA nicht kaufen. Klar, dass er jetzt zuschlägt und sich zwei der 50 von Jimenez an diesem Nachmittag gerollten Zigarren sichert. Um die Rauchwaren herzustellen wickelt Jimenez, der in der Altstadt Havannas selbst einen kleinen Tabakladen betreibt, unterschiedlich aromatische Tabakblätter, und fixiert sie mit einem weicheren, leichter brennbaren Umblatt. Das Baumharz Tragant sorgt zusammen mit einem makellosen, glatten Deckblatt dafür, dass das Naturprodukt zusammenhält und gut aussieht.

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Torcedor, Zigarrenroller, ist Jimenez seit mehr als 20 Jahren, und die Nachfrage nach seinem Produkt steigt – spätestens seit so berühmten Zigarrenrauchern wie Gerhard Schröder. Das bestätigt auch Stefan Huber vom 1922 gegründeten Tabakgeschäft : "Seit Mitte der 1990er Jahre sind Zigarren auch für uns immer wichtiger geworden."

Auch wenn Jimenez an dem Nachmittag noch mehr Zigarren losgeworden wäre, steht die Qualität für ihn im Vordergrund. Er rollt Zigarren der "neunten Kategorie", der höchsten Qualitätsstufe. Dass er diesen Standard einhält, wird auf Kuba regelmäßig überprüft. Trotz Kontrolle mag Jimenez seine Arbeit, während der er täglich auch selbst bis zu fünf Zigarren raucht: "Ich mag es, wenn die Leute Spaß an meinen Zigarren haben".

Und so erfüllt er auch gerne Sonderwünsche, wie die eines Freiburgers, der sich eine Zigarre in Pyramidenform wünscht. Das ist eine Zigarre, bei der der Kopf der Zigarre – das Ende, an dem man zieht – spitz zuläuft. So viele Sonderwünsche, Fragen und Interesse von Aficionados, wie die Fans der dunklen Stumpen heißen, wie in Freiburg hat Jimenez lange nicht mehr erlebt. Und er muss es wissen: In den vergangenen fünf Wochen tourte er mit seiner Kunst durch zahlreiche Tabakläden in ganz Deutschland.

Wie entstehen Zigarren? Wie zündet man sich richtig an? Zwei Videos auf http://www.badische-zeitung.de/videos

Autor: Alexander Preker