Ein roter Teppich für die Kassenwartin

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Fr, 12. Januar 2018

Freiburg

Neujahrsempfang der Uniklinik: Finanzministerin Edith Sitzmann trifft auf dankbares Auditorium.

FREIBURG. Wenn sie 2017 nur das getan hätte, was nach ihren Worten vornehmste Pflicht einer Finanzministerin ist, nämlich "das Kässle zuhalten" – dann hätte sich Edith Sitzmann jetzt kaum hertrauen dürfen. So aber wird die Grünen-Politikerin an diesem Ort aufs freundlichste begrüßt – beim Neujahrsempfang der Freiburger Universitätsklinik am Donnerstagabend im Hörsaal der Frauenklinik.

Schließlich ist es vor allem Sitzmann zu verdanken – und einem guten Füllstand in dem Milliarden-"Kässle", über das sie wacht, dem Landeshaushalt –, dass im Oktober ein Erfolg zu verkünden war. Mit vereinten Kräften hieb man einen Knoten durch und vermeldete die gesicherte Finanzierung der voraussichtlich 133 Millionen Euro teuren neuen Kinderklinik. "Das war ein toller Tag", bekennt Sitzmann, seit 2002 Freiburger Landtagsabgeordnete und seit Mai 2016 Finanzministerin im grün-schwarzen Kabinett.

Das Land und die Ministerin "haben uns großzügig aus unseren Schwierigkeiten geholfen", lobte Rüdiger Siewert, der Leitende Ärztliche Direktor der Uniklinik. Und meldete fast im gleichen Atemzug neue Investitionen an. In der medizinischen Leistung, sagte Siewert, sei die Freiburger Uniklinik "unter den Top Drei" in Deutschland. Baulich dagegen, mithin auch ökonomisch, sei man durch die Altbausubstanz des Areals gehandicapt. So hoffen Siewert und Kollegen auf Geld für einen Neubau der Chirurgie im nächsten Doppelhaushalt 20/21. Sitzmann versprach eine Prüfung, ergänzte aber, gerade bei gut gefülltem "Kässle" müsse man bei den vielen Bittstellern ein gewisses "Erwartungsmanagement" betreiben. Wieder ein neues Wort gelernt.