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21. März 2009
Eine "Säule der Toleranz" für den Augustinerplatz
Elektronik-Fachschüler übergeben Entwürfe für eine "Lichtanlage" / Ratsfraktionen loben einmütig das Konzept der Verwaltung.
Sie sind so etwas wie die "Spanische Treppe" Freiburgs, jene Stufen des Augustinerplatzes, die in lauen Nächten wie das Original in Rom zum Sammlungspunkt der Massen werden. Am Fuß der Augustinerplatz-Treppe wird zur Mauer hin anstelle der Laterne, die heute dort steht, eine "Säule der Toleranz" aufgestellt. Ein rund drei Meter hoher Leuchtkörper, der künftig in den Nächten anhand seiner Farbe anzeigen soll, wann es 23 Uhr ist und zum Schutz der Nachtruhe der Anwohner die Musik enden muss.
Diese "Lichtsäule" ist Teil des neuen Augustinerplatzkonzeptes der Stadt. Drei Gestaltungsvorschläge für diese ganz besondere "Warnleuchte" sind jetzt von der Klasse E3EG2T der Walther-Rathenau-Schule an Bürgermeister Ulrich von Kirchbach überreicht worden. "Wir wollten Schüler einbinden, die ja selbst zur Zielgruppe der Platznutzer gehören", meinte der Bürgermeister.
Als Projekt im Unterricht hat die Elektroniker-Klasse mit ihrem Lehrer Heiko Lübsen drei Varianten entwickelt und auch bereits bei Firmen wegen einer möglichen Umsetzung angefragt. Ein konkretes Angebot muss nun natürlich die Stadt einholen. Gemeinsam mit Rolf Brand, dem Rektor der Walther-Rathenau-Schule, präsentierte die Klasse gestern ihre Vorschläge. Sie plädiert für eine Lichtsäule – möglicherweise mit aufgesetzter Uhr –, die sich fließend von Grün über Gelb bis nach Rot verfärbt, was dann das Ende der Musikzeit bedeutet.
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Dieses optische Signal ist Teil des neuen Konzeptes, mit dem die Stadt mit möglichst sanften Methoden den nächtlichen Lärm auf dem Augustinerplatz in den Griff bekommen will. An allen Abenden, an denen der Platz besetzt ist, sollen studentische Info-Teams unterwegs sein, Flugblätter verteilen und auf die neuen Platzregeln hinweisen.
Diese Regeln waren diese Woche Thema im Gemeinderat und für die Stadtverwaltung gab es von allen Seiten Lob für das vorgelegte Konzept. Bürgermeister von Kirchbach sieht darin "einen lohnenswerten Versuch, den wir mit Mut und Optimismus angehen". Maria Viethen (Grüne) sieht in dem optischen Signal eine "tolle Idee" und insgesamt im sanften Vorgehen am Augustinerplatz eine Abkehr von der Law-and-Order-Politik. Auch Ellen Breckwoldt (CDU) glaubt, dass das Konzept zur Entschärfung der Konflikte beitragen wird. Anna-Christin Ludwig von der SPD stellte fest, dass es insgesamt zu wenig frei zu nutzende Plätze in Freiburg gebe, und forderte ein Gesamtkonzept. Ulrike Schubert (Unabhängige Listen) gefällt, dass der Spagat zwischen mediterranem Flair und Nachtruhe "mit Eleganz" gelöst werden soll. Sie fragte, ob das Konzept auf andere Treffpunkte – wie etwa die Sternwaldwiese – ausgedehnt werden solle. Coinneach McCabe (Grüne Alternative) sah ebenfalls gute Ansätze, entdeckte aber auch noch Lücken im Konzept.
Autor: Joachim Röderer
