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21. September 2011
Einer, der einen Ohrwurm nach dem anderen setzt
MENSCHEN VON NEBENAN: TV-Premiere für den Freiburger Musiker Holger Maier alias "Holger van den Tasten" .
HOCHDORF. Was macht ein Alleinunterhalter am Polterabend? Singen und spielen, natürlich – was sonst! Und doch war es bei diesem Anlass anders. Holger Maier, bei vielen Hochzeitern und Jubilaren im Ländle besser als "Holger van den Tasten", bekannt – spielte in dem ARD-Spielfilm "Nach der Hochzeit bin ich weg!" mit. Im Film ist er "Die kleinste Band der Welt" und wird von der Brautmutter (Saskia Vester) gebucht. Die Heiratskomödie, die das Erste als "Schwarzwälder Rosenkrieg" auslobt, wird am Freitagabend erstmals ausgestrahlt.
Gedreht wurde vor zwei Jahren. Location: Staufen und Sägewerk Münstertal. Und hier vor Ort wurden auch Nebendarsteller und Komparsen für das Team um den österreichischen Regisseur Matthias Steurer gesucht.
Ob er überzeugend einen Alleinunterhalter spielen könne, wollte im August 2009 die Casting-Agentur von Holger Maier wissen. "Nein, tut mir leid", war seine erste Antwort. Denn an einem der Drehtage hatte der Hochdorfer Musiker schon einen Auftrittstermin. Diesen konnte er aber an seine Quartett-Kollegen von Musica del Mondo vergeben – und besann sich: "Klar kann ich’s überzeugend spielen – denn das bin ja ich!"
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So kam es eine Woche vor Drehbeginn zum Casting im Münstertal. "Es waren zwei, drei Leute dabei", erinnert sich der 40-jährige Entertainer. Irgendwelche Vorgaben? "Ja", sagt er und lacht: "Mach’ mal!". Es wurde noch etwas Flottes und etwas "Latinomäßiges" gewünscht; auch ob der Keyboarder nur 13 Sekunden lang ein Lied spielen kann, wurde getestet. Ja, er konnte und der Regisseur war zufrieden. Holger van den Tasten bekam gleich die Zusage, das Casting war damit – auch für die anderen Kandidaten – beendet. "Man kann sich gar nicht vorstellen, was die alles beleuchtet haben", erinnert sich berichtet Holger an den ersten Drehtag in einem Staufener Gasthaus. "Durch die Fenster wurde von außen indirekt der Raum erhellt." Die Szene: Brautmutter Anne Stadler lässt den Alleinunterhalter vorspielen und engagiert ihn mit einem Aber: "Auch wenn Sie ’Die kleinste Band der Welt’ sind, am Polterabend möchte ich Sie hier zu dritt sehen." Ob Holger auch Text hatte? "Nein", sagt er "ich war sprachlos, aber nicht stimmlos. Ich hab’ gesungen und gespielt." Neun Stücke hatte er dem Regisseur vorgeschlagen, und alle wurden akzeptiert – von "Un dos tres", "Love is in the Air", "Bad Moon Rising" bis hin zur zünftigen "Rosamunde". Laut Drehbuch mussten nun zwei weitere Bandmitglieder her – auch damit wurde der Musiker betraut. Nadine Weiß und Maja Hebig, mit denen er schon bei Zirkus Sapperlot auf der Bühne stand, kamen also in der nächsten Szene als Background-Sängerinnen dazu. Super-gestylt, sangen sie ihr Shoo-wop-de-wop. Die Szene: Im Münstertal, am Sägewerk, wird zum Polterabend aufgespielt – und: es poltert richtig. Mehr will Holger nicht verraten, es soll ja spannend bleiben.
"Mensch, Du setzt uns einen Ohrwurm nach dem anderen!" hörte er am Set immer wieder. 30 Tage wurde insgesamt gedreht, vier davon war "Die kleinste Band der Welt" dabei. "Ich hab’ im Film gespielt", erklärt Holger "und ich musste für den Tonmann alle Aufnahmen noch mal einspielen." Das Beste kam zum Schluss – eine Art Zugabe. Denn zur Film-Abschlussparty hatte Regisseur Steurer kein Geld mehr, aber eine Idee. Er engagierte "Die kleinste Band der Welt" inklusive Background-Sängerinnen – aus eigener Tasche. Am Freitagabend steigt wieder eine Party. Diesmal hat Holger van den Tasten privat eingeladen: zur TV-Premiere mit Familie und Freunden.
Autor: Ursula Thomas-Stein
