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03. Januar 2012

Einfach locker bleiben

Rollkunstläuferin Camilla Clad hat ihren Titel als Europameisterin verteidigt.

  1. Camilla Clad Foto: michael bamberger

Eigentlich war 2011 das Jahr, in dem Camilla Clad sich zum ersten Mal im Leben als "Einzelkind" fühlte. Und das will was heißen, wenn man fünf Geschwister hat. Die allerdings sind alle erklecklich viel älter als die 15-Jährige – und so hatte denn im Sommer auch der vier Jahre ältere Matthias das Elternhaus zwecks Studium gen Norwegen verlassen. Was Camilla mit ihm und den anderen Geschwistern gemeinsam hat, ist die Leidenschaft fürs Rollschuhfahren. Von der Ältesten bis zum Nesthäkchen wurden alle Kinder – eins nach dem anderen – vom Rollschuhvirus infiziert.

Angefangen hatte alles mit dem weihnachtlichen Rollschuhmärchen der Freiburger Turnerschaft, für das sich die Kinder begeisterten. Und so landeten sie denn genau dort, bei der FT. Trainierten, kämpften um Titel und spielten im Märchen mit. Vor acht Jahren war Camilla zum Beispiel mal Momo. Und jetzt an Weihnachten waren Camilla und Matthias paarlaufenderweise in der "Endlosen Geschichte" die Sphinxen. Der größte sportliche Erfolg 2011 jedoch war für Camilla Clad – ganz klar – die Verteidigung ihres Europameisterschaftstitels im Rollkunstlauf: Gold in der Altersklasse der Kadetten, der 13- bis 15-Jährigen. Und zwar in der Pflicht. Klingt streng. Und ist es auch, denn es geht um Konzentration und Präzision. "Das liegt mir", sagt Camilla und schaut so gar nicht streng dabei. In vier Durchläufen sind in der Halle große Bögen und Schlingen zu fahren, Exaktheit und gleichmäßiger Druck auf die acht Rollen zählt. Aber auch die makellose Haltung, das richtige Tempo, der ideale Schwung.

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2010 hatte ihr das alles zum ersten Mal Gold bei einer EM eingebracht. War es ihr Ziel, das zu wiederholen? "Nein, ich hab’ die Erfahrung, dass es superwichtig ist, locker zu bleiben", erklärt Camilla Clad, "sonst geht nämlich gar nichts mehr." Also ist sie in den Wettkampf rein und hat gedacht, Hauptsache so laufen, dass ich selbst mit mir zufrieden bin. Egal, für welchen Platz es am Ende reicht. Dass es nun wieder der erste Platz war, freute sie riesig, aber der silbern glänzende Pokal ist dennoch leicht angestaubt samt goldener Medaille irgendwo oben ins Regal gewandert. Viermal die Woche Training, vor Wettkämpfen fünf oder gar sechsmal – das muss sein, sagt Camilla. Aber auch das: "Einen Tag in der Woche muss ich für mich haben, mit meinen Freundinnen und Freunden reden. Und nicht über Rollschuhlaufen."

Autor: Julia Littmann