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17. August 2012 09:08 Uhr
Freiburg-Zähringen
Eltern im Urlaub – 350 Gäste sprengen Facebook-Party
Sie wollten mit 30 bis 40 Freunden feiern – es kamen zehnmal so viele. Mit einem Großaufgebot musste die Polizei im Freiburger Stadtteil Zähringen eine Facebook- Party auflösen.
Zwei 15 Jahre alte Brüder hatten über ein soziales Netzwerk zu einer Party eingeladen. Ursprünglich sollten wohl 30 bis 40 Freunde kommen. Tatsächlich waren es nach Angaben der Polizei schließlich aber 300 bis 350 Feierwütige.
Nachbarn hatten gegen 21.45 Uhr die Polizei alarmiert. Sie meldeten, dass eine größere Party im Bereich Berner Straße/Berggasse im Gange sei. Hunderte von betrunkenen Jugendlichen würden auf der Straße Flaschen werfen und auch Autos beschädigen.
Tatsächlich stellte die anrückende Polizei im genannten Bereich Hunderte von Jugendlichen fest. Scherben und Dosen lagen auf der Straße. Um die Lage in den Griff zu bekommen, waren die gezwungen, Verstärkung anzufordern. Zwischenzeitlich waren über 20 Beamte im Einsatz. "Eigentlich sollten nur 30 bis 40 Freunde zu der Party kommen", berichten die beiden 15-jährigen Veranstalter auf fudder. Doch dann sei die Sache total aus dem Ruder gelaufen.
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Der Polizei zufolge sind auch Gullydeckel rausgehoben worden. "Wir prüfen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr." "Gegen 24 Uhr war der Spuk vorbei", sagte Karl-Heinz Schmid, Sprecher der Polizei. Während es für die Polizei am Donnerstagabend darum ging, die Lage zu bewältigen, ist sie jetzt damit beschäftigt, das genaue Ausmaß des Schadens zu ermitteln.
Die Jugendlichen wurden aufgefordert zu gehen. Mehrere Platzverweise wurden ausgesprochen. Ein Großteil der Partygänger war angetrunken und brüllte lautstark auf der Straße herum. Es kam zu Körperverletzungen, Beamtenbeleidigungen, Sachbeschädigungen und Diebstahl – sogar zu einem Raub. Das genaue Ausmaß und auch der entstandene Schaden müssen noch ermittelt werden.
Beim Haus, in dem die Party stattfand, wurden Möbel und Teile des Gartens beschädigt. Die Polizei hat die Eltern der Brüder, die im Urlaub sind, informiert. Weil Jugendliche auf den Gleisen in Richtung Zähringer Bahnhof unterwegs waren, wurden die Züge auf der Rheintalstrecke zwischen 22.45 und 22.59 Uhr vorsorglich gestoppt. Die Bundespolizei war deshalb im Einsatz. "Zu der Zeit sind schnellfahrende Personenzüge unterwegs", sagte deren Sprecher Helmut Mutter. Betroffen war ein Fernverkehrszug sowie ein Güterzug, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG.
Es war die erste Facebookparty in Freiburg, die aus dem Ruder lief. "Es gab eine gewisse Brisanz", sagte Schmid. Die musste den Einsatz ohne Vorbereitung stemmen, gut 20 Polizisten wurden von allen Dienststellen zusammengezogen. "Die fehlen an anderer, wichtiger Stelle", betonte Schmid, "wir müssen Leuten helfen, die in Not sind."
Nachbarn berichten, dass die Jugendlichen gegrölt, getrunken und Lärm gemacht haben, aber die meisten eigentlich friedlich waren. "Für die vielen Leute ist das alles recht ruhig abgelaufen", sagte eine Frau am Tag danach.
Bei der Polizei wird derweil geprüft, ob die Verantwortlichen für diesen Einsatz finanziell zur Rechenschaft gezogen werden. Die Brüder, die zur Party eingeladen hatten, waren mit der Situation völlig überfordert. Sie zeigten sich gegenüber den Polizisten kooperativ und begannen noch in der Nacht aufzuräumen. Der Polizeiposten Freiburg-Zähringen hat die Ermittlungen aufgenommen.
Schmid weist darauf hin, dass man mit 14 strafmündig ist. Unklar ist, wie es zur großen Resonanz auf die Partyeinladung kam. Die Kostenfrage ist auch für die verhinderte Facebookparty am Opfinger Baggersee noch offen. Die Polizei hat Anfang August mit einem Großeinsatz ein Partyverbot der Stadt durchgesetzt. Rund 2500 Teilnehmer hatten sich angekündigt.
Auch hier wird noch geprüft, sagte Schmid: "Das wird auch noch länger gehen, das ist ein neues Phänomen." Die Freiburger blicken im Umgang damit auf Konstanz und Backnang, die zuvor bereits Erfahrungen gemacht haben.
- Facebook-Party: Viele Polizisten, aber kaum Partygäste an Opfinger Seen
Autor: ohu, cjz, sh



