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14. Februar 2009
"Eltern müssen schauen, was ihre Kinder treiben"
BZ-Interview mit Schulleiterin Martina Höhmann
Mädchen und Alkohol – das wird immer mehr zum Problem. Wie wird es an den Schulen wahrgenommen? Darüber sprach Joachim Röderer mit Martina Höhmann, der Leiterin des Theodor-Heuss-Gymnasiums in St. Georgen.
BZ: Frau Höhmann, bei den Krankenhausbehandlungen von 13 bis 19 Jahre alten Mädchen liegt Freiburg landesweit vorne. Überrascht Sie diese Statistik?Martina Höhmann: Ich sehe das Problem auch und ich bin wirklich erschüttert, dass es bei den Mädchen so zunimmt. Manchmal habe ich das Gefühl, die haben einfach zu viel Geld. Aber es gibt sicher auch zu wenig Möglichkeiten für Mädchen, wo sie sich in einem geschützten Bereich treffen können, da muss man wohl auch der Stadt einen Vorwurf haben. Ich habe das Gefühl, wenn sie jemand haben, der mit ihnen redet, kommt der auch an sie ran.
BZ: Viele sagen: Getrunken wurde ja immer.
Höhmann: Natürlich haben wir früher auch einmal was getrunken – aber nach einem richtigen Rausch war man kuriert und das Thema erledigt. Wir sind aber nie mit der Flasche in der Hand in der Öffentlichkeit rumgelaufen. Das hätten wir uns nie getraut.
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Höhmann: Es liegt sicher auch daran, dass sich die Rollenverteilung immer mehr ändert. Mädchen sehen sich gleichwertig mit den Jungs. Sie animieren sich offensichtlich auch beim Trinken gegenseitig. Dass es dann darum gehen soll, wer am meisten verträgt, der ist der King – da komme ich nicht mehr mit. Auch die Gewaltbereitschaft hat zugenommen.
BZ: Was kann man diesem offensichtlichen Trend zu harten Sachen wie Wodkamischungen entgegensetzen?
Höhmann: An der Prävention kann es nicht liegen, die wird an den Schulen im Unterricht geboten. Wir hatten zum Glück bei uns an der Schule noch nie Probleme mit Alkohol bei Veranstaltungen. Aber vielleicht muss man auch an Schulen bei Veranstaltungen ein rigoroses Alkoholverbot durchsetzen. Aber man weiß was passiert, wenn man’s komplett verbietet: Dann werden irgendwo auf dem Gelände in Rucksäcken Depots angelegt und das ist schwer zu kontrollieren. Oder es geht erst nach den Veranstaltungen richtig los, wenn die Schülerinnen und Schüler noch in die Stadt ziehen. Wichtig wäre, dass sich die Schulen zusammen setzen und gemeinsam ein Programm erarbeiten, wie man mit diesem Problem umgeht.
BZ: Die Schule allein wird’s nicht richten können, oder?
Höhmann: Natürlich nicht. Elternarbeit ist angesagt. Das ist ein generelles Problem: Eltern müssen sich mehr dafür interessieren, was ihre Kinder treiben und sie müssen mehr Grenzen setzen.
Autor: rö
