"Es kommt was zurück"

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Sa, 03. Dezember 2011

Freiburg

Ehrungen zum "Internationalen Tag des freiwilligen Engagements" im Bürgerhaus Zähringen.

Warum engagieren sich Menschen für andere? Die Antworten sind so vielfältig wie die Arbeit von vier Engagierten und drei Projekten, die am Donnerstagabend stellvertretend für – geschätzt – 60 000 "Ehrenamtliche" in Freiburg von Oberbürgermeister Dieter Salomon geehrt wurden. Seit zehn Jahren finden die Feiern zum "Internationalen Tag des freiwilligen Engagements" am 5. Dezember statt, diesmal in Kooperation mit der Deutschen Post AG.

Eine einfache Antwort auf die große Frage nach dem Warum hat Bernhard Wollasch nicht. Er ist 48 Jahre alt und seit 15 Jahren engagiert. "Helfersyndrom?" überlegt er. Das würde auch seine Berufswahl erklären, er arbeitet bei der Berufsfeuerwehr. "Nebenher", bei 40 Erste-Hilfe-Kursen im Jahr und an zwei Bürotagen pro Woche, vermittelt er Menschen, anderen nach Unfällen beizustehen, und organisiert 250 Kurse, die seine 60 ebenfalls ehrenamtlichen Kollegen so wie er beim Deutschen Roten Kreuz anbieten.

Alle im Bürgerhaus Zähringen Geehrten stehen für unzählige andere – das gilt für den von der städtischen Jury ausgewählten Bernhard Wollasch genauso wie für die Träger der erstmals vergebenen Preise der Wilhelm-Oberle-Stiftung und der AOK. Für alle gilt auch, dass es Geldpreise sind, die Summen bleiben geheim.

Für Susanne Aouda (50), eine der von der AOK ausgezeichneten Sportmentorinnen, fing alles an, als sie selbst sich mehr bewegen wollte – aber nicht allein. Sie erfuhr vom an der Bugginger Straße 50 inzwischen eröffneten Aktivplatz für Senioren, für den Mentoren gesucht wurden. Sie stieg ein, blieb dabei – keine Selbstverständlichkeit, weil sich die Ausbildung über Monate erstreckte. Schwerpunkte waren Nordic Walking, Gleichgewicht, Sturzprävention. Susanne Aouda, die als Musiklehrerin arbeitet, will Kurse für Musikgymnastik anbieten.

"Es kommt immer was zurück", ist die Erfahrung von Maria Roth (64), die mit rund 40 älteren Besuchern des Heinrich-Hansjakob-Hauses regelmäßig in Kontakt ist. Sie bereitet einen Monatsbrunch und andere Veranstaltungen vor, dekoriert, verteilt Zuwendung, hört zu. Der Freundeskreis des Seniorenzentrums treibt außerdem jedes Jahr rund 15 000 Euro für nötige Anschaffungen auf – und wurde nun von der Oberle-Stiftung ausgewählt.