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06. Februar 2017

Neue Initiative "Pulse of Europe"

Europa ist nichts für Schönwetterfans

Die Bürgerinitiative „Pulse of Europe“ steht auch unter widrigen Umständen für ihre Ideen ein - so wie am regnerischen Sonntagnachmittag auf dem Freiburger Augustinerplatz. Das Bekenntnis zum vereinten Europa soll ein Gegengewicht setzen zu rechtspopulistischen Tendenzen.

  1. Regen? Egal, wenn die europäische Idee bedroht ist, meinen die Demonstranten und Initiator Moritz Pohle (links). Foto: Rita Eggstein

Vor vier Wochen trafen sie sich zum ersten Mal auf dem Augustinerplatz, da war es bitterkalt. Am vergangenen Sonntag trafen sie sich zum vierten Mal, da regnete es. Egal, sie wollen demonstrieren, und zwar für – und nicht gegen – etwas: für die Europäische Union. Die Bewegung "Pulse of Europe" wächst auch in Freiburg.

"Entscheidend ist aufm Platz", findet Initiator Moritz Pohle. In diesem Fall: auf dem Augustinerplatz. Dort wollen Pohle und sein Mitstreiter Markus Meyer jeden Sonntag um 14 Uhr Menschen versammeln, die sich für Europa stark machen. Vier Mal hat das schon erstaunlich gut geklappt, am vergangenen Sonntag waren geschätzt zwischen 150 und 200 Menschen da. Sie wollen Flagge zeigen im Wahljahr 2017, in dem Populisten mit ihren nationalistischen Forderungen die europäische Idee bedrohen – im März in den Niederlanden, im April in Frankreich, im September vielleicht in Deutschland.

"Es geht um alles", hieß es am Sonntag auf dem Augustinerplatz. Europa werde bedroht. Und obwohl man der konkreten EU-Politik nicht kritiklos gegenüberstehe, wirke sich die Europäische Union überwiegend positiv auf das tägliche Leben ihrer Bürger aus. Konkrete Beispiele lieferten die Sprecher gleich mit: Glühbirnen gegen LED-Leuchten auszutauschen sowie energiefressende Staubsauger abzuschaffen sei wegen des Klimawandels sinnvoll. "Die Industrie wird gezwungen, uns Produkte anzubieten, die weniger Strom brauchen", so Markus Meyer. Und dass, wer einen Verkehrsunfall im Ausland hat, diesen vor einem deutschen Gericht verhandeln lassen könne, sei ein Riesenfortschritt, meinte ein anderer Redner: "Das verdanken wir nur der EU."

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"Pulse of Europe" ist eine parteiunabhängige Initiative. Am 27. November ging es los mit einer ersten Demo in Frankfurt, am 15. Januar folgte Freiburg, auch Karlsruhe macht mit. Köln, Amsterdam und Paris stehen in den Startlöchern. Europaweit, hoffen die Macher, werden sich Menschen zu der europäischen Idee bekennen. "Die EU ist ein Friedensprojekt und eine historisch große Leistung", sagt der Freiburger Initiator Moritz Pohle.

In Freiburg will man mindestens bis zum 15. März, wenn in den Niederlanden gewählt wird, demonstrieren: mit blauen Fahnen, ermunternden Reden und dem gemeinsam gesungenen Lied "Freude schöner Götterfunken" – der EU-Hymne. Und wenn sich zum Schluss eine Menschenkette um den Augustinerplatz spannt, erklingt aus einer Box "Besuchen Sie Europa, solange es noch steht."

Autor: si