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24. Juni 2003

Fahrer guckten in die Röhre

Pannen bei Rettungseinsatz im Schützenallee-Tunnel.

Schnell waren sie da: Die Freiburger Berufsfeuerwehr, die freiwilligen Wehren Oberstadt, Wiehre und Kirchzarten, der Rettungsdienst und die Polizei. Nur eines hatten sie alle nicht: einen passenden Schlüssel, um die Notausgänge der beiden gesperrten Röhren des Schützenallee-Tunnels aufzuschließen. Von innen gingen die Sicherheitstüren problemlos auf. Die Verkehrsteilnehmer konnten jederzeit aus dem Tunnel heraus, die Feuerwehr jedoch kam nicht herein.

"Es hat bestimmt 15 Minuten gedauert, bis die Feuerwehr die Türen aufhatte. Am Schluss haben sie ein Brecheisen benutzt", berichtet der Augenzeuge Horst Rose. Gernot Schneider, Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz spricht von fünf Minuten. Für das Öffnen der Notausgänge und die Kontrolle in diesem Bereich sei nicht die Freiburger Berufsfeuerwehr, sondern die freiwillige Feuerwehr Oberstadt und die freiwillige Feuerwehr Wiehre zuständig. Die Kirchzartener Feuerwehr kam durch den Kappler-Tunnel zum Einsatzort. Der Katastrophenfall ist zweimal geprobt worden, beim ersten Mal, im vergangenen September, hatte die Baufirma die Schlüssel noch nicht geliefert, erklärt Gernot Schneider. Bei der zweiten Übung wurde der Funkverkehr getestet, nicht aber die Schlüssel ausprobiert. Manfred Joos, der den Brandschutzplan des Tunnels mitausgearbeitet hat, vermutet: "Wenn man die Türen von außen öffnet, ertönt ein Sabotagealarm bei der Polizei. Der sollte wohl nicht ausgelöst werden."

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Dass die Ampeln an den Tunnelenden rot waren, sei planmäßig, hieß es aus dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz. Das verhindere, dass weitere Autos in die beiden Tunnel einführen. Damit, dass die Verkehrsteilnehmer vor den roten Ampeln im Galeriebereich zwischen den beiden Tunneln stehen und in ihren Autos sitzen bleiben, hat wohl keiner gerechnet.

Karl-Heinz Schmid, Pressesprecher der Polizei, erklärt: "Die Verkehrsteilnehmer in den Röhren werden mittels Leuchtschrift und Durchsagen zum Verlassen der Autos und des Tunnels aufgefordert." Und die Röhren werden mit Kameras vom polizeilichen Lagezentrum aus 24 Stunden am Tag überwacht. "Aufzeichnungen über die Geschehnisse im Tunnel haben wir nicht", erläutert Karl-Heinz Schmid. Das Aufzeichnen mit Überwachungskameras ist aus Gründen des Datenschutzes nicht erlaubt.

Keine Rauchbomben im Tunnel gefunden

Woher der dichte Rauch kam, ist also weiterhin unklar. Der Schützenalleetunnel wurde nicht beschädigt, ein Brandherd wurde weder im Innern des Tunnels noch außerhalb gefunden. Der Rauch verzog sich von selbst wieder. Spekuliert wird, dass der Rauch, verursacht durch einen kokelnden Schrebergärtner, in den Tunnel hineingesogen worden sein könnte. "Die Reste einer Rauchbombe oder sonstiges haben wir nicht gefunden," teilt Polizeisprecher Schmid mit: "Wir haben keine Ahnung, wo der Rauch herkam, aber dieses Vorkommnis wird nachbereitet werden müssen."

Autor: Katharina Fraunhofer