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09. Februar 2015 06:46 Uhr

Umfrage

Was wünschen sich Fußballfans vom neuen SC-Stadion?

Bessere Bedingungen für Gästefans, mehr Eingänge, Nähe zum Spielfeld: Beim SC-Heimspiel gegen Dortmund haben wir Fußball-Anhänger gefragt, wie denn ein neues Stadion aussehen solle.

  1. Noch ist das Stadion an der Dreisam die Heimstätte der SC-Anhänger. Foto: Rita Eggstein

  2. Wie im Käfig: Nicht nur beim Gästeblock sehen die Fußballfans Verbesserungsbedarf. Foto: Rita Eggstein

Sportlich war am Spieltag eins nach dem Bürgerentscheid die Stimmung im Schwarzwaldstadion gedrückt. Doch egal, wen man am Samstag rund um die 0:3-Niederlage des SC gegen Borussia Dortmund auf Nord-, Süd-, Ost- und Haupttribüne fragte: Die Fans freuen sich auf das neue Stadion, und zwar nicht nur die des SC. "Man sieht auf den Stehplätzen sehr schlecht und ist eng eingepfercht", sagte der aus Dortmund angereiste Markus Grüne stellvertretend für viele BVB-Fans. In der Fanszene zählt der Freiburger Gästeblock zu den schlechtesten in ganz Deutschland.

"Der gilt als einer der unschönsten in Deutschland." Nicolas Emmerich über den Gästeblock
Der Gästeblock im Schwarzwaldstadion ist auch unter heimischen Fans ein Thema: "Der gilt als einer der unschönsten in Deutschland", hat SC-Fan Nicolas Emmerich mitbekommen. "Eigentlich ist Freiburg so eine gastfreundliche Stadt, und dann ist da so ein Loch in der Ecke", sagt der 16-jährige Gymnasiast aus Freiburg. Marco Rüsch, 32, regelmäßig auch auswärts dabei, pflichtet ihm bei: Der Gästeblock sei katastrophal und deutschlandweit bekannt. "Man sieht fast nichts vom Spiel", sagt auch SC-Fan Carsten Brehm, der schon in mehr als 800 Stadien war: "Der Gästeblock wäre hinter dem Tor perfekt." In der Tat: Auf den Gästestehplätzen ist die Sicht aufs Spielfeld äußerst schlecht, erst recht, wenn wie beim Spiel gegen Dortmund der Zaun mit Fahnen zugehängt ist. Trommler und BVB-Fans auf den unteren Rängen bekamen überhaupt nichts vom Spiel mit.

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Nicolas Emmerich wünscht sich fürs neue Stadion mehr Eingänge, "damit man schneller reinkommt", eine Aufteilung in Ober- und Unterränge, mehr günstige Sitzplatzkarten vor allem für Familien und mehr Stehplätze, verteilt auf verschiedene Tribünen. "Ich fände es gut, wenn es auch auf den Geraden Stehplätze gäbe", sagt SC-Fan Büttner.

Herzenswunsch: Keine Null-Acht-Fünfzehn-Arena

Am Herzen liegt den Fans, dass die neue Spielstätte ansprechend aussieht und man "keine Null-Acht-Fünfzehn-Arena hinklatscht", so Emmerich. Schön fände er, wenn man die Vereinsfarben in die Fassade einbauen könnte. "Ich erhoffe mir einiges, wenn der SC sagt, dass er Akzente setzen will", sagt Marco Rüsch. Die modernen ovalen Arenen gefielen ihm nicht, eher klassisch quadratische Stadien. Carsten Brehm will ein Stadion mit vier eigenständigen Tribünen und keine Multifunktionsarena wie in Düsseldorf, wo mal eben aus dem Stadion eine Halle für den Eurovision Song Contest wurde: "In einem Stadion sollte zu hundert Prozent Fußball gespielt."

Rüsch wünscht sich einen eigenen Supporters-Fanblock. Wichtig seien außerdem Plätze für Zaunfahnen. Ein oft geäußerter Wunsch: die Nähe zum Spielfeld.

Dauerkarteninhaberin Gabi Schmitt will mehr Eingänge und Toiletten für Frauen – und mehr Essensstände. "Man muss immer so lange anstehen." Schön, wenn auch "ein extremer Luxus", wären für sie Heizstrahler über den Rängen wie in der Bay-Arena in Leverkusen.

"Es ist frustrierend, wenn man nur zwischen Wurst weiß und Wurst rot wählen kann." Marco Rüsch über das Catering
Ein weiterer Kritikpunkt: das Catering. "Ein bisschen mehr Auswahl auf Nord wäre nicht schlecht", sagt Rüsch: "Es ist frustrierend, wenn man nur zwischen Wurst weiß und Wurst rot wählen kann." Vegetarier Matthias Büttner bestellt aus Protest jedes Mal eine Tofu-Wurst, auch wenn’s die gar nicht gibt. Ex-Grünen-Stadträtin und SC-Fan Adelheid Hepp, ist ein ökologisches Stadion wichtig. "Und das Spielfeld sollte die Länge haben, die es braucht", sagt sie lachend. Eine Architektur mit Bezug zum Schwarzwald fände sie gut. Robin Wille hofft, dass das Stadion einen Wiedererkennungswert hat: "Es sollte nicht aussehen wie diese Schüssel in Paderborn."

Für Behinderte sei die aktuelle Situation "inakzeptabel", findet Nicolas Emmerich. Rollifahrer Lukas Guggolz weiß davon ein Lied zu singen. Das Problem mit den Rollstuhlplätze auf der Südtribüne direkt hinter dem Tor: Die Sicht durchs Gitter ist schlecht, und bei Regen wird man nass. Ihm gehe es nicht nur um eine gute Sicht aufs Spielfeld, die habe er daheim vor dem Fernseher auch, sagt der 29-Jährige. Wichtiger sei ihm, bei seinen Freunden zu sein. Doch die stehen auf Nord, wo es keine Rollstuhlplätze gibt; insgesamt wären "ein paar mehr gut." Der Run auf Tickets sei groß, die Warteliste für Dauerkarten lang.

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Autor: Frank Zimmermann