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06. Juli 2010

Förderprogramm soll besser werden

Stadt und Arbeitsagentur ergänzen "Erfolgreich in Ausbildung" um eine zentrale Beratungsstelle.

Seit 2007 geben die Stadt Freiburg und die Freiburger Arbeitsagentur alljährlich jeweils knapp 184 000 Euro für das damals aufgelegte Förderprogramm "Erfolgreich in Ausbildung" aus. Mit diesem Jahresbudget – in der Summe also 367 000 Euro – werden Freiburger Hauptschüler und seit vergangenem Jahr auch Förderschüler der Klassen acht und neun dabei unterstützt, einen Ausbildungsplatz zu ergattern.

Vom kommenden Schuljahr an wird den Jugendlichen im Rahmen des Programms nun auch eine ganzjährig geöffnete Beratungsstelle im Technischen Rathaus zur Verfügung stehen. Das teilten die zuständige Bürgermeisterin Gerda Stuchlik und der stellvertretende Arbeitsagentur-Leiter Boris Gourdial gestern vor Medienvertretern mit. Drei Mitarbeiter teilen sich anderthalb Personalstellen und sollen den Teenagern künftig mit Rat und Hilfe zur Seite stehen, wenn diese sich auf die Lehrstellen-Jagd machen.

Weil die Einführung dieser neuen Beratungs- und Koordinierungsstelle kostenneutral über die Bühne gehen soll, wird beim Programm "Erfolgreich in Ausbildung" an anderer Stelle gekürzt. In Zukunft soll die Zahl der Orientierungsstunden im Klassenverband in Klasse neun geringer ausfallen. "Die individuelle Förderung erscheint uns deutlich wichtiger und wirkungsvoller", so Boris Gourdial.

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Etwa 680 Schüler an 15 Schulen werden gegenwärtig betreut

Derzeit werden im Rahmen von "Erfolgreich in Ausbildung" laut Informationen der Stadtverwaltung 680 Freiburger Schülerinnen und Schüler betreut. Rund die Hälfte von ihnen, nämlich die rund 340 Jugendlichen in den Abschlussklassen, stehen potenziell vor dem Übergang in die Berufsausbildung. Als das Förderprogramm im Jahr 2007 in Gang kam, lag deren Übergangsquote in eine Lehrstelle bei 11 Prozent. Aktuell liegt sie bei knapp 15 Prozent. "Diese Quote soll aber noch deutlich steigen", so Gerda Stuchlik. Dazu beitragen soll die zentrale Beratungsstelle, die auch verstärkt Kontakt zu Betrieben halten soll. Die Bürgermeisterin verwies auf positive Erfahrungen in anderen Städten wie Hamburg und München.

Die eigentlichen Beratungs- und Betreuungsleistungen erbringen die Bildungsträger BBQ, Caritas-Bildungszentrum, Handwerkskammer-Fördergesellschaft, "In Via" und Jugendberatung Freiburg.

Das Förderprogramm sei nicht billig, sagte Boris Gourdial – aber es lohne sich dennoch. Geht man stark vereinfachend davon aus, dass die Übergangsquote in Ausbildung dabei das einzige Erfolgskriterium wäre, und blendet man zudem alle anderen Einflussfaktoren aus, dann entfallen aktuell auf jeden durch das Programm zusätzlich an eine Lehrstelle gelangten Jugendlichen mehr als 26 000 Euro an öffentlichem Fördergeld.

Autor: hos