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01. Dezember 2016

Zehnjähriges Bestehen

Freiburger Bürgerstiftung stellte sich geladenen Gästen vor

"Von den Bürgern für die Bürger": Die Bürgerstiftung, die dieses Jahr zehnjähriges Bestehen feiert, stellte sich und ihre Arbeit in einer Talkrunde vor.

  1. Sigrid Faltin, Hanna Lehmann, Reinhild Dettmer-Finke und Ulrich von Kirchbach (von links) Foto: Michael Bamberger

Zehnjähriges Bestehen feiert die Freiburger Bürgerstiftung in diesem Jahr. Durch zahlreiche Projekte und Aktionen – von der Apfelpatenschaft bis zur Lese-Spenden-Aktion beim "Münster-Derby" – darf sie in der Stadt mittlerweile doch einen beachtlichen Bekanntheitsgrad für sich beanspruchen. Für 75 geladene Gäste gab es bei Breuninger am Dienstagabend dennoch eine kleine "Nachhilfestunde": In einer Talkrunde, die SWR-Journalist Stefan Siller moderierte, informierten Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, Filmemacherin Reinhild Dettmer-Finke sowie die beiden Stiftungsratsmitglieder Sigrid Faltin und Hanna Lehmann über die Arbeit der ehrenamtlich Engagierten.

"Stellen wir uns mal ganz dumm: Was ist eigentlich eine Stiftung?" Die Frage stellte Siller zu Beginn des Gesprächs. Eine Antwort gab’s in Form eines kurzen Films, in dem Kinder des Kindergartens St. Matthäus in "Dingsda"-Manier den Begriff beschrieben. Quintessenz: Menschen spenden Geld oder Zeit, um damit anderen Menschen zu helfen.

Mitmachen kann jeder

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Und genau darum gehe es, sagte auch Stiftungsratsvorsitzende Hanna Lehmann: Die Freiburger Bürgerstiftung sei "von den Bürgern für die Bürger". Diese Art der "Graswurzelbewegung", wie sie von Kirchbach nannte, unterscheide die Stiftung von anderen vergleichbaren Institutionen. Mitmachen könne jeder, das sei auch das "besonders Charmante" an der Bürgerstiftung, so Sigird Faltin. Um Stifterin oder Stifter zu werden, braucht es kein Vermögen – auch Zeit und persönlicher Einsatz in einem Projekt sind gefragt. Zugleich freue man sich natürlich über jeden Euro, der gestiftet werde.

Die Stiftungsvertreter berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen. Es sei ein gutes Gefühl, wenn man sagen könne "Ich habe nicht weggeschaut", beschrieb Reinhild Dettmer-Finke. Zusammen mit Ehemann Volker Finke hat sie unter dem Dach der Bürgerstiftung die Strandkorbstiftung begründet, die Jugend- und Kulturprojekte fördert. Die Palette der Themen, denen sich die Bürgerstiftung widmet, sei umfassend, so Hanna Lehmann. Es geht um Projekte zur Bildung, Hilfe für Senioren, Engagement für Nachhaltigkeit und vieles mehr.

Übrigens sei er von der Stadt "in keinster Weise zur Arbeit für die Bürgerstiftung abgeordnet" worden, betonte der Sozialbürgermeister. Wenn er Zeit investiere, tue er das gern. In der Tat ist die Stiftung politisch und von der Kommune unabhängig. Lehmann lobte, dass die Stadt die Stiftung nie aufgefordert habe, "Löcher zu stopfen". Die Arbeit der Stadt in sozialen und kulturellen Belangen bezeichnete von Kirchbach als "Pflicht", die der Bürgerstiftung als "Kür". Aufgaben wie die Integration Geflüchteter seien ohne das Engagement der Menschen nicht zu schaffen: Nur der persönliche Kontakt könne den Neuankömmlingen "das geben, was sie brauchen".

Autor: Bettina Gröber