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03. Juli 2012 16:53 Uhr

Studie

Freiburger Forscher: Klimawandel begünstigt Trüffelanbau

Trüffel stammen meist aus Frankreich, Italien und Spanien. Doch auch Deutschland wird allmählich zum Trüffelland - das zeigt eine Studie von Freiburger Forschern. Sie entdeckten im heimischen Boden sogar Arten, die als ausgestorben galten.

  1. Schwarze Burgundertrüffel. Foto: dpa

Trüffelanbau auch in Deutschland? Mit dem Klimawandel wachse das Potenzial dafür, sagen Wissenschaftler von der Universität in Freiburg. Die Forstbotaniker haben nach Angaben vom Dienstag in einer Studie nun erstmals nachgewiesen, welche Arten der kulinarischen Spezialität wo zu finden sind. Mithilfe trainierter Trüffelhunde entdeckte das Team um Ulrich Stobbe und Ludger Sproll allein in Baden-Württemberg sieben verschiedene Arten der unterirdisch wachsenden Pilze an 121 Orten.

Alle Trüffel kommen der Studie zufolge ausschließlich in Gebieten mit kalkhaltigem Boden vor und bevorzugen Standorte mit Laubbäumen wie Eiche, Buche und Haselnuss. Diese Erkenntnisse gelten laut Stobbe aber für ganz Deutschland. Er warnte jedoch davor, jetzt privat auf Trüffelsuche zu gehen: "Das Sammeln ist in Deutschland verboten. Wir hatten eine Sondergenehmigung." Außerdem rechne er unerfahrenen Sammlern nur geringe Chancen aus, überhaupt fündig zu werden.

Die im Südwesten am weitesten verbreitete Art sei die Burgundertrüffel (Tuber aestivum). "Sie ist eine kulinarisch hochwertige schwarze Trüffel, die auf internationalen Märkten mit bis zu 600 Euro pro Kilo gehandelt wird", erklärten die Forscher, die ihre Studie jüngst in der Fachzeitschrift "Fungal Ecology" veröffentlicht hatten. Die Burgundertrüffel gilt laut Roter Liste als vom Aussterben bedroht. Die Forscher fanden sie jedoch an 116 Stellen.

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Indiz für den Einfluss des Klimawandels

Auch zwei auf der Roten Liste als ausgestorben eingestufte Arten, die Teertrüffel (Tuber mesentericum) und die Großsporige Trüffel (Tuber macrosporum) konnten die Botaniker nach eigenen Angaben in Deutschland nachweisen. Da diese beiden Trüffelarten überwiegend in mediterranen Regionen verbreitet sind, werten die Wissenschaftler ihr Vorkommen in Deutschland als Indiz für den Einfluss des Klimawandels auf die Verbreitungsgebiete der Pilze.

"Aufgrund der steigenden Temperaturen verschieben sich die geeigneten Lebensräume nach Norden und Osten, so dass manche Arten in Deutschland zukünftig wahrscheinlich häufiger wachsen werden", hieß es. Mit dem Klimawandel ergebe sich außerdem die Möglichkeit des Trüffelanbaus in Deutschland. In Deutschland biete sich wie in Frankreich und anderen Ländern, in denen Trüffel als heimisch gelten, erhebliches Potenzial für Trüffelplantagen. Bei dieser Form der Landwirtschaft werden Bäume mit Trüffelsporen beimpft.

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Autor: dpa