Bildungskonzepte

Gemeinderat hat die "Schule ohne Noten" noch nicht abgehakt

Sina Schuler

Von Sina Schuler

Do, 14. Dezember 2017 um 15:43 Uhr

Freiburg

Die Stadträte und Stadträtinnen waren sich einig: Das Rathaus soll sich in Stuttgart weiterhin für den Modellversuch an der Paul-Hindemith-Schule einsetzen.

Der Ankündigung von Bürgermeisterin Gerda Stuchlik, weiter für den Modellversuch "Schule ohne Noten" zu kämpfen, hat sich am Dienstagabend auch der Gemeinderat angeschlossen. Die Stadträtinnen und Stadträte kritisierten das Vorgehen der Landesregierung.

Die Stadträte sehen das Versagen beim Land

Die Schulbürgermeisterin schlug vor, beim Kultusministerium eine Verlängerung der "Schule ohne Noten" um weitere vier Jahre zu erwirken. Das Ministerium hatte den Versuch an der Paul-Hindemith-Grundschule gestoppt, die versprochene Evaluierung hatte nie stattgefunden. Den Zulauf an privaten Schulen führte Stuchlik auch darauf zurück, dass Eltern nach alternativen Modellen suchten. An der Paul-Hindemith-Schule würden Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeit gesehen und gefördert. Die Schuld, dass es letztlich keine Evaluierung gegeben hatte, sei bei der Landesregierung zu suchen.

Nadyne Saint-Cast (Grüne) nannte das Projekt eine "Bereicherung der Schullandschaft". Der Abbruch demotiviere Lehrer und stoße Eltern und Schülern vor den Kopf. Auch die CDU-Fraktion sprach sich für eine Verlängerung und die Evaluierung des Versuchs aus, auch wenn Stadtrat Klaus Schüle betonte: "Egal, wie man zur Schule ohne Noten steht."

Stephan Schillinger wies darauf hin, dass es in Freiburg genügend Alternativen für Eltern gebe, die ihre Kinder auf eine Schule mit Ziffernnoten schicken wollen. Lothar Schuchmann (Unabhängige Listen) war sogar der Meinung, Noten beurteilten eher die Eltern und deren Bildungsniveau als die Kinder.

"Wir werden aus vollstem Herzen zustimmen", kündigte Monika Stein (JPG) an und appellierte an die Grünen sowie die CDU im Gemeinderat, bei deren Parteikollegen in Stuttgart für die Fortführung des Versuchs zu werben. Dem schloss sich Gerlinde Schrempp (Freiburg Lebenswert/Für Freiburg) an und berichtete von eigenen Schulerfahrungen. Auch jene, die es "mit Ach und Krach" auf ein Gymnasium schafften, könnten dort gute Leistungen bringen. Es sei wichtig, den Schulen Raum und Zeit zu geben, um Ideen zu entwickeln, sagte Anke Dallmann (Freie Wähler), deren letzte Sitzung es war. Das Votum der Stadträte und Stadträtinnen fiel einstimmig aus – für den Einsatz für eine "Schule ohne Noten".


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