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24. März 2014 18:53 Uhr

Mobiles Tonstudio

Freiburger Schülerinnen nehmen Song im Lennon-Bus auf

Einmal im Tonstudio sein und die eigenen Songs aufnehmen: Davon träumen viele junge Musiker. Für fünf Freiburger Schülerinnen wurde dieser Traum wahr.

Einen Tag waren sie am Montag im "John-Lennon-Bus", der vor der Rothaus-Arena an der Messe im Freiburger Westen parkte. In diesem mobilen Tonstudio nahmen die Musikerinnen einen selbstgeschriebenen Song auf und drehten ein Musikvideo.

Ein Schlagzeug, ein Keyboard, eine Gitarre und ihre Stimmen – mehr brauchen die fünf Mädels vom St. Ursula-Gymnasium in der Altstadt nicht zum Musikmachen. Die Schülerinnen gehen in die 10. Klasse und sind im musikalischen Zweig der Schule. Die Musikklasse hatte sich gemeinsam angemeldet für den Tag im mobilen Tonstudio. Da aber nur fünf Musikerinnen in den Bus passen, musste gelost werden. Die glücklichen Gewinnerinnen haben bei dem Projekt zum ersten Mal in dieser Konstellation zusammen gespielt.Insgesamt elf Bands hatten sich für den Studiotag beworben.

Etwas Eigenes produzieren

Die Schülerinnen können wählen, ob sie einen Song covern oder einen eigenen schreiben wollen. Für die Mädels steht gleich fest, dass sie etwas Eigenes produzieren. Obwohl keine von ihnen bisher Songs für Band und Sängerin geschrieben hat, fällt es den musikbegeisterten Teenagern leicht. Alle fünf Musikerinnen beherrschen gleich mehrere Instrumente, teilweise sogar schon seit zwölf Jahren.

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"Wir haben uns erst gemeinsam Melodien vorgesungen und überlegt, was uns am besten gefällt. So haben wir nach und nach die Melodie gefunden", erklärt Charlotte Strecker, 16. Zusammen mit Theresa Rösler, 15, singt sie heute. Begleitet dabei werden sie von Lisa Trescher, 15, auf dem Klavier und Lea Eisenmann,15, an der Gitarre. Die Band komplettiert Tabea Ratzel, 15, am Schlagzeug.

Erst wird die Musik aufgenommen. Danach geht es ans Texten. Der Song "Won’t give in" dreht sich um einen Menschen, der trotz Kritik von Anderen seinen Weg geht und sich nicht davon abbringen lässt. Schnell finden die Musikerinnen die richtigen Worte zu ihrer Melodie. "Natürlich gibt es mal Diskussionen, aber wir können uns immer schnell einigen", erzählt Lea.

Als sie zum ersten Mal ihren Song proben, sind die Schülerinnen ganz in ihrem Element – und rocken, bis der Bus wackelt. Der Song ist aufgenommen, der Tag aber noch lange nicht zu Ende. Auch ein Musikvideo drehen die Schülerinnen. Dabei werden sie nicht nur gefilmt, sondern fügen auch einige kreative Elemente in das-Video ein, wie zum Beispiel Slow-motion Technik. Auf der Website des Busses, auf einem Youtube-Canal und auf Facebook kann man sich anschauen was die Freiburgerinnen produziert haben.

Der Studio-Bus begleitet momentan Adel Tawil auf seiner Tour durch Deutschland und Österreich. Durch den Tourstress konnte er sich, anders als geplant, bis zum frühen Abend leider keine Zeit für die Mädchen nehmen. Auf seine Show am Abend, die die jungen Musikerinnen besuchen durften, freuen sie sich trotzdem. "Wir stehen sogar auf der Gästeliste", sagt Theresa.

Begleitet wird der Bus von drei jungen Betreuern. Sie kümmern sich um die Technik und unterstützen die Bands bei der Verwirklichung ihrer Ideen. Sie reisen seit mehreren Monat durch Europa. "Das Team ist super nett und sehr geduldig", berichtet Lea.

Der John-Lennon-Bus fährt seit 17 Jahren durch die USA. Ziel ist es, jungen Musiker einen Zugang zur professionellen Musikproduktion zu geben. Seit einem Jahr gibt es auch einen europäischen Ableger. Gestiftet wurde der Bus von Yoko Ono, der Witwe John Lennons. Inzwischen finanziert sich der Bus komplett aus Sach- und Geldspenden. Wenn Tawils Tour zu Ende ist, fährt der Bus weiter nach Italien, Spanien, Russland, Skandinavien und Frankreich.

So viel Spaß ihnen der Tag heute gemacht hat: Professionell Musik zu machen, kommt für die Schülerinnen als Beruf nicht in Frage. "Als ein Hobby Musik zu machen und eine Band zu haben kann ich mir gut vorstellen, aber als Beruf wäre es nichts für mich. Das viele Rumreisen und das Prominentsein wäre mir schnell zu viel" meint Tabea. Die Bandkolleginnen können da nur beipflichten.

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Autor: Julia Wadle