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19. Mai 2017 10:25 Uhr

Kehrtwende

Freiburger Stadtjubiläum soll kürzer und billiger werden

Wie geht’s weiter mit Freiburgs Stadtjubiläum? Am kommenden Dienstag werden im Gemeinderat die Rahmenbedingungen festgelegt. Klar ist bisher nur: Es soll kürzer und billiger werden.

  1. Noch ist nicht besiegelt, wie die Stadt ihren 900. Geburtstag feiert – die Neuausrichtung soll nun auf den Weg gebracht werden. Foto: Rita Weber-Eggstein

Nach medialen Debatten im Februar und öffentlichen Parteiveranstaltungen mit unterschiedlicher Zielrichtung war es zuletzt still geworden ums Stadtjubiläum. Nun werden am Dienstag im Gemeinderat die neuen Rahmenbedingungen festgelegt: Drei Millionen Euro – Sponsoren noch nicht eingerechnet – sollen die dreimonatigen Feierlichkeiten kosten."Es soll vor allem ein Fest für die Freiburger Bürgerinnen und Bürger werden", heißt es in der mit den Fraktionen abgestimmten Beschlussvorlage des Rathauses. Offen bleibt die Rolle von Kuratorin Barbara Mundel.

Mundel vermisst eine inhaltliche Debatte

Bevor es zum Thema in einer Gemeinderatssitzung wurde, hatte eine Mehrheit der Fraktionen das Konzept von Barbara Mundel als zu teuer verworfen. Die im Sommer scheidende Theaterintendantin hatte seit 2015 an einem Konzept gearbeitet und Anfang Februar einen Entwurf vorgelegt, davon ausgehend, mit einem Neun-Millionen-Euro-Budget kalkulieren zu können. In einer schwierigen Haushaltslage und im Zuge der Haushaltsberatungen war das einer Mehrheit des Gemeinderats zu viel, er zog die Notbremse.

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Mundel vermisst bis heute eine inhaltliche Debatte. Am Donnerstag sagte sie im Gespräch mit der BZ: "Ich wundere mich schon, wie wenig über Inhalte gesprochen wird." Dass sie an einer abgespeckten Variante mit einem Drittel des ursprünglich angedachten, aber formal nie vom Gemeinderat abgesegneten Etats noch mitwirkt, ist fraglich. Oberbürgermeister Dieter Salomon hält sich diesbezüglich bedeckt; es gebe noch Gespräche. "Ich habe zu Barbara Mundel ein sehr vertrauensvolles Verhältnis", sagte der OB. Mundel selbst äußert sich derzeit nur vage über ein mögliches weiteres Engagement. Sie sei noch am Überlegen, viel mehr gebe es momentan nicht zu sagen: "Auf der einen Seite bin ich offen, auf der anderen Seite skeptisch." Man werde sehen, ob es für beide Seiten noch Sinn mache. Klar ist für Mundel, dass eine künstlerische Leitung immer auch einen gewissen Gestaltungsspielraum benötige.

In der Beschlussvorlage für den Gemeinderat heißt es zur Kuratorin nur vage: "Mit Frau Mundel wird derzeit geklärt, ob und in welcher Form für sie eine Beteiligung an der Neuausrichtung des Stadtjubiläums in Frage kommt."

In jedem Fall soll die Organisation federführend bei der beim OB angesiedelten Stabsstelle verbleiben, bestätigte Salomon. Wie und mit welchen Leuten in der Verantwortung es weitergehe, müsse nach dem Gemeinderatsbeschluss ebenso erst noch geklärt werden wie das neue inhaltliche Konzept. Laut Salomon wird die Tourismusgesellschaft FWTM sicherlich nicht die Federführung übernehmen, auch wenn sie natürlich ihre Erfahrungen mit der Organisation großer Veranstaltungen einbringen werde.

Konzept spätestens zum Jahresende

Bei drei statt neun Millionen liege der Fokus naturgemäß nicht so sehr auf dem Künstlerischen, sagte Salomon: "Aber drei Millionen sind auch Geld." Ob und wenn ja, was man von Mundels Ideen übernehmen könne, sei unklar. Sie selbst, sagte Mundel, könne derzeit nicht sagen, ob das überhaupt Sinn mache. Wichtig ist dem Oberbürgermeister, dass die Stadtverwaltung das neue Konzept schon in der Erstellungsphase mit dem Gemeinderat abstimme, denn ein breiter Konsens sei sehr wichtig. Im Rathaus denkt man an eine Leitidee und ein Konzept "mit zentralen Events und dezentralen Veranstaltungen in den Quartieren." Mitmachen sollen Institutionen und Vereine, Wirtschaft, Handel und Gewerbe.

Im Herbst, spätestens "Richtung Weihnachten", soll laut Salomon klar sein, wo die Reise hingeht. Zum Zeitplan sagte er: "Wenn wir bis Ende 2017 tatsächlich ein Konzept haben, denke ich, dass es funktioniert. Insofern habe ich keine Hektik." Allerdings habe man dann auch nicht mehr ewig Zeit, um etwa Hallen und Plätze für Veranstaltungen zu reservieren.

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Autor: Frank Zimmermann